Schulen können sich wieder für das Berufswahl-SIEGEL bewerben

logo-kleinBislang sind neunzehn weiterführende Schulen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe für ihre herausragende Berufswahlorientierung von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen mit dem Berufswahl-SIEGEL ausgezeichnet worden. Ab jetzt können sich weitere Schulen aus der Region für das bundesweit einmalige Qualitätszertifikat bewerben. Gleichzeitig beginnt für die Schulen, die vor drei Jahren als erste das SIEGEL erhalten haben, die erste Re-Zertifizierungsrunde, denn das Berufswahl-SIEGEL ist eine Auszeichnung auf Zeit.

„Wir hoffen, dass durch die guten Beispiele aus den ersten Runden weitere Schulen motiviert werden, sich für das Berufswahl-SIEGEL zu bewerben. Die Bewerbungsunterlagen können von unserer Internetseite www.berufswahlsiegel.org heruntergeladen werden. Bewerbungsschluss ist der 2. Februar 2017“, erläutert Gesine Westhäuser von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen. Die Schulen, die für eine Re-Zertifizierung anstehen, erhalten die dafür notwendigen Unterlagen direkt zugeschickt.

Das Bewerbungsverfahren läuft in beiden Fällen in zwei Stufen ab. Zunächst müssen die teilnehmenden Schulen einen Kriterienkatalog etwa  zu Themen und Projekten über die Wirtschafts-, Arbeits- und Berufswelt in Unterricht und Schule, beantworten. Die Auswertung erfolgt durch eine unabhängige Jury. Fällt das jeweilige Ergebnis positiv aus, findet danach eine weitere Auditierung vor Ort in der Schule statt.  Wird auch diese Runde gemeistert, erfolgt am Ende im Sommer 2017 die Verleihung des Berufswahl-SIEGELs.

Neben den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, einem Zusammenschluss junger Unternehmer und angestellter Führungskräfte  arbeiten in der Jury u. a. erfahrene Pädagogen, Vertreter der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, der IHK Siegen, der IG Metall und des DGB sowie aus Unternehmen und Arbeitgeberverbänden mit.

„Das Berufswahl-SIEGEL wird nach bundesweit einheitlichen Kriterien vergeben. Es hat dadurch einen sehr hohen Stellenwert und eine besondere Aussagekraft in Bezug auf die Qualität der Berufswahlorientierung an weiterführenden Schulen. Die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen unterstützen dieses Projekt, weil davon nicht nur die Schulen profitieren, sondern vor allem die Schülerinnen und Schüler, die besser auf ihre Berufswahl vorbereitet werden“, so Gesine Westhäuser.

Smartphones sind in der Schultüte angekommen

„Frau Lehrerin, warum sind Sie eigentlich nicht in unserer WhatsApp-Gruppe?“ Keine fiktive Frage, sondern eine, die LehrerInnen aktuell im Unterricht begegnet. Wie LehrerInnen Teil des digitalen Alltags ihrer SchülerInnen sein können und sollten, das hat Medienberater Johannes Wentzel nun an der Universität Siegen beantwortet. Im Rahmen der Reihe „Fokus Lehrerbildung“ hat Wentzel vor Lehramts-Studierenden zum Umgang mit der digitalen Lebenswelt von Jugendlichen referiert. „Smartphones sind heute schon in der Schultüte angekommen“, sagt Wentzel. Rund ein Fünftel der Fünftklässler sei heute bei Facebook unterwegs, umso mehr bei Portalen wie Youtube, Instagram oder Snapchat. Er sehe LehrerInnen zwar nicht in der Pflicht, 24 Stunden online zu sein und ihre Privatsphäre zu opfern. Andererseits, wenn die Lehrkraft gar nicht in der digitalen Welt der SchülerInnen anwesend ist, erfahre sie von Gefahren wie Cybermobbing oder Sexting spät oder gar nicht. Eine mögliche Lösung des Dilemmas: „Beide Seiten müssen frühzeitig die nötige Medienkompetenz aufbauen“, sagt Ulf Krippendorf vom Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) an der Universität Siegen. Krippendorf organisiert Weiterqualifizierungsangebote für Lehramts-Studierende und hat Wentzel zum Vortrag in die Lernwerkstatt Lehrerbildung eingeladen. Schon in der Grundschule, so Krippendorf, sollten sich LehrerInnen Konzepte überlegen, wie sie Nutzen und Gefahren der digitalen Welt fächerübergreifend in den Unterricht einbinden wollen. SchülerInnen sollten zum Beispiel lernen, wie sie Suchmaschinen wie Google effizient nutzen, aber auch ein Bewusstsein für mögliche Gefahren entwickeln, wenn sie private Bilder oder Videos in sozialen Netzwerken teilen. „Um dem Gruppenzwang von WhatsApp oder anderen Sozialen Medien zu entgehen, könnten Schulen auch ein eigenes soziales Netzwerk mit entsprechenden Funktionalitäten für alle Schulmitglieder aufbauen, um Rechtssicherheit und Datenschutz zu gewährleisten und die Schulgemeinschaft zu stärken“, schlägt Krippendorf vor. Gleichzeitig könnten über diese Plattformen auch E-Learning-Angebote organisiert werden. Es gebe bereits Modellschulen, die diesen Ansatz verfolgen. Medienberater Johannes Wentzel hatte nicht nur einen Appell an die angehenden LehrerInnen, sondern auch an die Eltern: „Die Medienerziehung darf nicht erst in der Schule starten. Eltern müssen besonders auf die Offline-Zeit ihrer Kinder achten. Die Kinder lernen die nicht-mediale Zeit schätzen.“ Der Referent wünscht sich eine ausgeprägte Debatte in Schulen und einen Austausch mit den Eltern. „Das kommt leider kaum vor“, betonte er, „es bedarf eines Diskurs, der über den Datenschutz hinausgeht. Viele Eltern, aber auch Lehrer bekommen nichts, oder wenig davon mit, was Kinder im Internet machen.“

Der Vortrag zu „Digitalen Lebenswelten von Jugendlichen im schulischen Alltag“ ist Teil der Reihe „Fokus Lehrerbildung“ und entstand durch die Zusammenarbeit zwischen dem Sonderforschungsbereich „Medien der Kooperation“, der OASE Lernwerkstatt und dem Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung an der Universität Siegen. Der Medienberater Johannes Wentzel war zum zweiten Mal in diesem Jahr an der Siegener Uni: Auf Einladung von Prof. Dr. Jutta Wiesemann referierte er im Juni bereits in der OASE Lernwerkstatt über Medien in Vorschule und Grundschule.

Mehr zum Thema „Frühe Kindheit und Smartphone“

Prof. Dr. Jutta Wiesemann, Mitglied des Sonderforschungsbereichs (SFB) „Medien der Kooperation“ forscht zur Mediensozialisation von Kindern im Vorschulalter. Im SFB-Teilprojekt „Frühe Kindheit und Smartphone“ untersucht Wiesemann die Medienpraktiken von Vorschulkindern und welche tiefgreifenden Veränderungen in den elementaren Kommunikations-, Sozialisations- und Lernprozessen durch die neuen Medien erfolgen.

Start in eine neue Zertifizierungsrunde für das Berufswahl-SIEGEL 2017

Im Rahmen des bundesweiten Netzwerkes „Berufswahl-SIEGEL“ unter Regie der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT verleiht eine fachkundige Jury seit 2012 dieses Gütesiegel an Schulen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe.

Die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen haben die Verantwortung und zentrale Koordination für dieses zukunftsweisende Projekt übernommen. Gemeinsam mit geschulten Vertretern unterschiedlicher Unternehmen und Verbände, die über Erfahrungen im Bereich der Berufswahlorientierung und Berufsbildung verfügen, möchten sie den Schulen einen möglichen Einstieg in die Qualitätsentwicklung aufzeigen.

Das Berufswahl-SIEGEL zeichnet Schulen aus, die sich hinsichtlich der Berufs- und Studienwahlorientierung herausragend engagieren. Für die Dauer von drei Jahren darf sich die Schule als SIEGEL-Schule bezeichnen und mit dem Gütesiegel werben. Danach muss sie sich rezertifizieren lassen, um Kontinuität und Nachhaltigkeit zu beweisen.

Das Gütesiegel möchte die berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Schule und externen Partnern fördern. Es schafft Transparenz in der Qualität von schulischen und außerschulischen Maßnahmen nach innen und außen und regt zum Wettbewerb um Ideen und Qualität an.

Als Schule erhalten Sie die Chance, Ihre Maßnahmen im Bereich der Berufswahlorientierung einem kritischen Blick von außen zu unterziehen. Die Rückmeldung zu positiv wahrgenommenen Aktivitäten und zu verbesserungswürdigen Aspekten hilft Ihnen, Ihre Angebote für Schülerinnen und Schüler einem kontinuierlichen Prozess der Qualitätssicherung und des Qualitätsausbaus zu unterstellen.

Zudem verschafft Ihnen das Berufswahl-SIEGEL die Möglichkeit, Ihr besonderes Engagement im Bereich der Berufswahlorientierung professionell und öffentlichkeitswirksam zu vermarkten.

Wir laden Sie daher herzlich ein, sich um die Verleihung des Berufswahl-SIEGELS zu bewerben.

Um Sie ausführlicher über das Berufswahl-SIEGEL und die praktischen Abläufe in unserer Region in Kenntnis zu setzen und Ihre Fragen zu klären, bieten wir Ihnen an, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen:

Mittwoch, 16. November 2016, 14.30 Uhr – ca. 15.45 Uhr,
in der Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal,
Hessengarten 9,
57223 Kreuztal

 Damit wir besser planen können, bitten wir Sie, sich über unsere zentrale E-Mail-Adresse info@berufswahlsiegel.org anzumelden. Bitte geben Sie auch an, mit wie vielen Personen Sie teilnehmen werden.

Der Fokus ruht in dieser Informationsveranstaltung auf der Erstzertifizierung. Schulen, die das SIEGEL im Sommer 2014 erhalten haben und für die es nun um eine Rezertifizierung geht, werden von uns separat persönlich angesprochen.

Zeitgleich mit der Informationsveranstaltung werden wir die Bewerbungsunterlagen auf unserer Homepage www.berufswahlsiegel.org zum Download veröffentlichen. Dort finden Sie weitere Informationen rund um das Berufswahl-SIEGEL, ebenso auf der Homepage des bundesweiten Netzwerkes www.netzwerk-berufswahl-siegel.de.

Für Fragen im Vorfeld der Informationsveranstaltung nehmen Sie bitte ebenfalls über die oben genannte E-Mail-Adresse Kontakt zu uns auf.

Wir freuen uns, wenn dieses Angebot auf Ihr Interesse stößt und Sie unserer Einladung nachkommen.

Für Ihre schulischen Aktivitäten wünschen wir Ihnen viel Erfolg!

Berufswahl-SIEGEL
Siegen-Wittgenstein-Olpe
Geschäftsstelle
Wirtschaftsjunioren
Südwestfalen e.V.
Haus der Siegerländer Wirtschaft
Spandauer Straße 25
57072 Siegen
Telefon: 0271/230430
Telefax: 0271/2316948
info@berufswahlsiegel.org

1. Siegener Recruiting Slam Am 23. November Im Apollo-Theater

Spannung, Unterhaltung, Einstellung: Wenn am 23. November Personalleiter heimischer Unternehmen die Bühne des Apollo-Theaters Siegen betreten, müssen sie „alles geben“. Ihre Aufgabe: das Publikum in einem Slam für die Arbeit in ihrem Unternehmen begeistern und neugierig machen. Dabei müssen sie sich einiges einfallen lassen, denn sie haben hierfür nur fünf Minuten Zeit, müssen sich mit den anderen Unternehmen messen und werden anschließend von einer Publikumsjury bewertet.

„Es ist ein spiegelverkehrtes Vorstellungsgespräch: Die Unternehmen präsentieren sich dem Publikum von ihrer besten Seite. Kommen sie gut an, ist ihnen das Interesse der meist jungen Besucher sicher“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener bei der Vorstellung des Konzepts in Siegen. Acht Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen gehen dieses Experiment ein und nehmen an diesem für unsere Region völlig neuartigen Format teil. Die Veranstaltung sei Ausdruck des Gezeitenwandels, der in der Personalentwicklung zu beobachten sei. Unternehmen müssten heute oft um Fachkräfte kämpfen. „Dieser Trend wird sich noch verstärken!“

Im Anschluss an den Slam laden die Unternehmensvertreter zu Gesprächen in lockerer Atmosphäre ein. „Vielleicht wird hier für den einen oder anderen schon der Grundstein für die weitere berufliche Entwicklung gelegt“, so Hans-Peter Langer von der IHK. Die Region verfüge über ein gewaltiges Potential an potentiellen Fachkräften, darunter viele „helle Köpfe“. Dazu gehörten die mehr als 19.000 Studierenden an der Universität ebenso wie die vielen Abgänger an den weiterführenden Schulen. Diese jungen Menschen gelte es, mit den heimischen Betrieben in Kontakt zu bringen.

Die Veranstaltung richtet sich daher vor allem an Studierende und Schüler der Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs, die vor ihrem Abschluss stehen und sich ganz konkret mit ihrem Berufseinstieg befassen. Für viele ist dies auch mit der Überlegung verbunden, hierzu in eine andere Region zu ziehen. „Dahinter steht oft die irrige Annahme, die heimische Region hätte nichts zu bieten. Wir wollen diesen jungen Menschen zeigen, welche hervorragenden beruflichen Perspektiven und Karrierechancen an unserem starken Wirtschaftsstandort bestehen“, so Langer. Deshalb seien die Schulen und Berufskollegs im Vorfeld bereits gezielt auf diese Veranstaltung hingewiesen worden.

Mit dem Apollo-Theater Siegen hat die IHK nicht nur einen hochkarätigen Veranstaltungsort, sondern auch einen Kooperationspartner gefunden, der von der Idee überzeugt ist. Intendant Magnus Reitschuster: „Uns ist wichtig, dass Theater die gesellschaftlichen Themen unserer Zeit auch mit ungewöhnlichen Projekten aufgreift und einem solchen Experiment Raum bietet.“

Moderiert wird der 1. Siegener Recruiting Slam von Dr. Christiane Tretow, stellvertretende Geschäftsführerin des Apollo-Theaters Siegen: „Nachdem ich sechs Jahre lang Science Slams veranstaltet und moderiert habe, freue ich mich sehr auf den 1. Siegener Recruiting Slam und damit die Entdeckung eines neuen Terrains. Schon die Vorgespräche mit der IHK, die gemeinsame Entwicklung des Konzeptes für den Abend und die Gespräche mit den Personalleitern waren hoch spannend. Die Zuschauer können sich auf einen Riesenspaß gefasst machen. Sie lernen Unternehmen der Region und damit ihre potenziellen künftigen Arbeitgeber und deren Personalleiter von einer ganz persönlichen Seite kennen. Die ideale Grundlage, sich anschließend ganz unkompliziert selbst bei den Unternehmen vorzustellen und dann auch noch so komfortabel am selben Abend und auf völlig unkonventionelle Weise!“

Ein weiterer Kooperationspartner des 1. Siegener Recruiting Slams ist die Universität Siegen, mit der die Idee gemeinsam entwickelt wurde. Sie bewirbt die Veranstaltung in den sozialen Netzwerken und auf dem Campus.

Mitwirkende Unternehmen sind: EMG Automation GmbH, Conception Kommunikationsagentur GmbH, EJOT GmbH & Co. KG, Achenbach-Buschhütten GmbH & Co. KG, Pmdtechnologies GmbH, Gräbener Maschinentechnik GmbH & Co. KG, Sparkasse Siegen, Gustav Hensel GmbH & Co. KG.

Eintrittskarten sind für 5 Euro (inkl. ein Freigetränk und Imbiss) an der Theaterkasse im Apollo-Theater Siegen oder online unter www.apollosiegen.de erhältlich.

Vom Gehirn-Navigator bis zum Roboter

medinf_gruppenfoto_innen_weAuf den großen Bildschirmen im Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus erscheint ein Hirntumor in 3D. Vier Zentimeter Durchmesser – ein richtig großes Ding, aber zum Glück gutartig. Zwei Schülerinnen bestaunen die bewegten Bilder mit 3D-Brillen. Sie können den Tumor aus jeder Perspektive betrachten. Der Besuch im Krankenhaus ist Teil der Projektwoche Medizinische Informatik für Frauen an der Universität Siegen. Während der ersten Herbstferienwoche schnuppern zehn Schülerinnen in den Arbeitsalltag und ins Studium rein. Mit der Veranstaltung möchte die Uni Siegen mehr Frauen für den Studienschwerpunkt Medizinische Informatik gewinnen.

„Der Medizin die Arbeit erleichtern, genau darum geht es in der Medizinischen Informatik“, erklärt Rita Balve-Epe, Leiterin der IT im Klinikum. Egal ob elektronische Patientenakte oder Roboter, die Laborwerte analysieren – Medizinische Informatik ist ein Arbeitsfeld der Zukunft, das sich rasant entwickelt, so Balve-Epe. Dass das Arbeitsfeld nichts für Frauen sei, sei blanker Unsinn, meint die IT-Leiterin. „Wir dürfen uns einfach nicht einschüchtern lassen.“ Dabei habe sie selbst hin und wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. Wenn sie im Klinikum ans Telefon geht, fragen manche Anrufer: „Kann ich mal den IT-Leiter sprechen?“ Dass sie bereits mit der IT-Leitung sprechen, können sich einige Anrufer nicht vorstellen. „Ich bin als Frau in der IT noch immer eine Exotin.“

Aus diesem Grund haben die Studentin Emine Kara und andere Mitglieder des Betreuungsteams für den Studienschwerpunkt Medizinische Informatik die Projektwoche organisiert. Denn auch in der Medizinischen Informatik der Uni Siegen dominieren die Männer mit 80 Prozent. „Uns ist wichtig, dass vor allem Referentinnen von ihren Erfahrungen erzählen, um die Schülerinnen zum Studium zu ermutigen“, sagt Kara. Sie selbst hat nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung gemacht und dann ihr Abitur am Weiterbildungskolleg nachgeholt. Die Referentinnen zeigen, dass es verschiedene Ausbildungswege gibt und welche Vorteile ein Studium bietet.

Leonie Rach testet in der Projektwoche, ob das Studium etwas für sie sein könnte. Sie weiß noch nicht genau, ob sie lieber Medizin oder Informatik studieren möchte. „Auf jeden Fall möchte ich Menschen helfen“, ist sich die 18-Jährige sicher. So geht es auch Johanna Scheffler und Samantha Hage vom Städtischen Gymnasium Bad Laasphe. Sie finden es besonders spannend, während der Projektwoche selbst zu löten, Pulsmesser herzustellen und die Arbeit mit Robotern auszuprobieren. „Ich kann mir jetzt viel besser vorstellen, was Medizinische Informatik ist“, meint Johanna Scheffler.

Die Universität unterstützt mit dem Projekt die Entwicklung neuer Ideen für junge Frauen. Auch über die Projektwoche hinaus profitieren die Schülerinnen von ihren neuen Kontakten. Das Jung-Stillung-Krankenhaus bietet ihnen an, während eines Praktikums den Arbeitsalltag genauer kennenzulernen. Bei Interesse können sie einzeln Termine vereinbaren und einen Tag lang der IT-Leiterin oder der Oberärztin der Neurochirurgie über die Schulter blicken. Dann haben sie die Möglichkeit, den Gehirn-Navigator live im OP zu erleben.

Ansprechpartner
Prof. Dr. rer. nat. Rainer Brück
Lehrstuhl Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf, Universität Siegen
Telefon: 0271 740-2375
E-Mail: rainer.brueck@uni-siegen.de

Mehr Informationen: https://www.uni-siegen.de/nt/studies/medinf/

Schülerwettbewerb: „Zurück und in die Zukunft – Siegen-Wittgenstein in 50 Jahren“

Wie stellst Du Dir Siegen-Wittgenstein in 50 Jahren vor? Um diese Frage geht es beim Schülerwettbewerb zum Jubiläum „200 Jahre Kreise Siegen und Wittgenstein“. Macht mit und gewinnt Klassenfahrten ins Phantasialand Brühl bei Köln bzw. ins Disneyland Paris! Das „Regionale Bildungsbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein“ lädt Euch zu diesem Wettbewerb ein.

Wie stellst Du Dir Siegen-Wittgenstein in 50 Jahren vor?

„Zurück und in die Zukunft – Siegen-Wittgenstein in 50 Jahren“ – das ist das Thema des Schülerwettbewerbs: Wie sieht der Alltag in Siegen-Wittgenstein in 50 Jahren aus? Wie haben sich Natur, Landschaft, Dörfer und Städte verändert? Welche Technik nutzen wir, wie bewegen wir uns fort? Wie wird sich Musik in 50 Jahren anhören? Was sehen wir dann in Museen und Theatern? Wo und wie machen wir Urlaub? All das sind Fragen, mit denen Ihr Euch beschäftigen können.

Welche Beiträge sind möglich?

Wie Ihr das Thema bearbeitet, ist Euch völlig freigestellt: Bilder, Fotografien, Collagen oder Texte sind genauso willkommen wie Hörspiele, Videofilme, Theaterstücke oder Skulpturen.

Wann müssen die Beiträge fertig sein?

Wenn ihr am Wettbewerb teilnehmen möchtet, dann meldet Euch bis zum Jahresende 2016 beim Regionalen Bildungsbüro, um mitzuteilen, dass ihr teilnehmen werdet und welche Art von Beitrag ihr plant. E-Mail: bildungsbuero@siegen-wittgenstein.de. Weitere Kontaktdaten findet ihr in der Randspalte.
Die Beiträge selbst müssen dann Ende April 2017 fertig sein.

Was gibt es zu gewinnen?

Für Grundschüler gibt es eine Fahrt für die ganze Klasse ins Phantasialand in Brühl bei Köln zu gewinnen, für die Sekundarstufe I und II jeweils eine Tagesfahrt für die Gewinnerklasse, den Gewinner-Kurs oder das Gewinner-Team mit Freunden*) ins Disneyland Paris.

Wann stehen die Gewinner fest?

Die Gewinner werden im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung „200 Jahre Kreise Siegen und Wittgenstein“ am 31. Mai 2017 auf dem Giller bekannt gegeben.

Was wird aus den Beiträgen des Schülerwettbewerbs?

Alle Beiträge werden archiviert und im Kreisarchiv eingelagert werden. Die künftigen Kreismitarbeiter bekommen dann den Auftrag, die Wettbewerbsbeiträge in 50 Jahren (also im Jahr 2067) wieder aus dem Archiv zu holen. Die meisten von Euch, die jetzt beim Schülerwettbewerb mitmachen, werden dann noch leben und können sehen, was aus ihren Ideen geworden. Sieht die Zukunft so aus, wie ihr Euch sie vorgestellt habt oder ist sie doch ganz anders geworden?

Und sonst noch?

Das Plakat zum Schülerwettbewerb hat übrigens der heimische Autor, Cartoonist und Dilldappen-Vater Matthias Kringe gezeichnet: Es zeigt zum Beispiel einen fliegenden Hübbelbummler im Stile des Films „Zurück in die Zukunft‘“, eine Dilldappen als goldenen Roboter R2D2 aus Star Wars oder den Monte Schlacko mit Palmen. Toll, oder? Guckt mal genau hin: Du wirst bestimmt noch neue, witzige Figuren entdecken!

Viel Spaß beim Mitmachen! Wir freuen uns auf Eure Ideen und Beiträge! **)

*) Gewinnerteam und Freunde = insgesamt bis zu 20 Personen!

**) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme am Wettbewerb erklären sich die Teilnehmer einverstanden, dass ihre Werke im Rahmen des Wettbewerbs dokumentiert und öffentlich gezeigt bzw. vorgeführt werden.

MINT-Mitmachtage rund um das Kreishaus

2170_2510_1_gSpannende Aktivitäten rund um die Themen Naturwissenschaft und Technik erwarten die Teilnehmer der dritten MINT-Mitmachtage in Siegen. Die Veranstaltung findet wie im Vorjahr auf dem Vorplatz des Kreishauses statt. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern organisiert die Kreisverwaltung als Ausrichter wieder ein umfangreiches Programm für alle angemeldeten Teilnehmer. Am Freitagnachmittag zur Science Show ab 13:00 Uhr kann jeder Interessierte vorbeikommen und anschließend auch selbst mitforschen und „MINTmachen“. Eine Anmeldung dazu ist nicht nötig.

Los geht es am Donnerstag, 22. September, um 9:00 Uhr in der „Zeltstadt“ auf dem Vorplatz sowie im Foyer des Kreishauses. Dort werden dann die angemeldeten Kita-Gruppen, Schulklassen und Jugendgruppen die verschiedenen Angebote nutzen – vom eigenen Experimentieren über Technisches Lernen mit Holz bis hin zum Bau eines Elektromotors. Die einzelnen Workshops sind jeweils auf die verschiedenen Altersklassen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen abgestimmt. Für die Umsetzung hat das Regionale Bildungsbüro mit Partnern wie der Uni Siegen, dem Berufskolleg Technik, der AWO Siegen-Wittgenstein, dem Technikmuseum Freudenberg und mehreren heimischen Schulen zusammengearbeitet.

Auch am Freitag, 23. September, beginnt das Programm um 9:00 Uhr. An beiden Veranstaltungstagen sind zudem die Science Show des Gymnasiums Stift Keppel auf dem Vorplatz (jeweils 10:30 Uhr, 13:00 Uhr und 15:30 Uhr) und die Ausstellung „Miniphänomenta“ zu den regulären Öffnungszeiten des Kreishauses im Foyer zu bestaunen. Besucher – ob groß oder klein – sind herzlich willkommen.

Insgesamt konnte das Regionale Bildungsbüro Kreis Siegen-Wittgenstein im Vorfeld circa 700 Mädchen und Jungen aus 31 Schulen und Einrichtungen berücksichtigen und zu den MINT-Mitmachtagen einladen. Insgesamt hatten sich 1200 Schülerinnen und Schüler angemeldet.

MINT-Projekt des Bildungszentrums Wittgenstein

Die besondere Fokussierung auf den naturwissenschaftlich-technischen Bereich ist eines der zentralen Themen im Bildungssystem. Das Ziel der sogenannten MINT-Förderung besteht gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der von Metallindustrie und von Betrieben des verarbeitenden Gewerbes geprägten Region darin, schon frühzeitig Interesse für die betreffenden Fächer zu wecken.

In diesem Kontext ist auch das „Drehscheibenuhr“-Projekt beim Bildungszentrum Wittgenstein in Bad Berleburg entstanden. Hier können Kinder mal gehörig „am Rad drehen“ und selbst eine Uhr konstruieren. Gleichzeitig werden die verschiedenen Metallberufe und deren Anforderungen vorgestellt.

Der letzte Kurs in Bad Berleburg fand im Juli statt – mit großem Erfolg. Die Resonanz war mehr als positiv und alle Kinder hatten große Freude daran, gemeinsam zu tüfteln und am Ende die Ergebnisse mit nach Hause zu nehmen. Die nächste Auflage steht vom 10. bis 14. Oktober auf dem Programm.

Folgende Berufsbilder werden in dem Kurs behandelt: Anlagenmechaniker, Produktdesigner, Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker und Werkzeugmechaniker. Die Kinder lernen in dem Kurs anhand einer eigenständigen Aufgabe die Metallberufe kennen und können so einen kurzen Einblick ins Berufsleben bekommen. Sie werden mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert und müssen diese bearbeiten. So sehen die Mädchen und Jungen gleich mehrere Berufe, unter denen sich möglicherweise der künftige Traumjob verbirgt.

Die gefertigte Uhr kann für den täglichen Gebrauch genutzt werden. Beim Zusammenbauen der Drehscheibenuhr lernen die Teilnehmer die einzelnen Arbeitsschritte kennen – von der Planung bis hin zur Fertigstellung.

An dem 35-stündigen Kurs können Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse teilnehmen. Pro Kurs können bis zu zwölf Teilnehmer dabei sein.

Für den „Drehscheibenuhr“-Kurs im Oktober sind noch Plätze frei. Eltern, die ihr Kind anmelden möchten, können sich an Gisela Tölle vom Bildungszentrum Wittgenstein, Tel.: 02751 44523-14 und E-Mail: g.toelle@bz-wittgenstein.de, wenden. Lehrer, die Interesse daran haben, mit ihrer Schulklasse an einem solchen Kurs teilzunehmen, können das Angebot in Form einer Projektwoche buchen.

Im Überblick:

  • Durchführungsort:
    BZW Bildungszentrum Wittgenstein GmbH
    Limburgstraße 74
    57319 Bad Berleburg
  • Dauer: 35 Stunden
  • Teilnehmerzahl: Zwölf
  • Jahrgangsstufe: ab Klasse 8

Galilei-Fernrohr Marke „Eigenbau“ im Schülerlabor der Uni Siegen

physiklabor_thumb1Man nehme ein Papprohr, eine Batterie, einen Magnet, Kupferdraht und Schnellverbinder. Aus diesen Materialien lässt sich innerhalb kurzer Zeit ein funktionierender Elektromotor bauen, der zum Beispiel einen kleinen Ventilator antreiben kann. Wie das geht, lernen Schüler*innen im physikdidaktischen Schülerlabor der Universität Siegen. Lehramtsstudierende bereiten die Bausätze vor und stehen den Mädchen und Jungen mit Rat und Tat zur Seite. „Die Funktionsweise eines Elektromotors ist nicht ganz einfach zu erklären, selbst viele Erwachsene können das nicht“, sagt Dr. Ina Militschenko, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Physikdidaktik. „Wenn die Schülerinnen und Schüler aber einmal selbst so einen Motor gebaut haben, können sie seine Funktionsweise viel besser nachvollziehen.“

„Handlungsorientiertes Lernen“ nennt sich dieser Ansatz. Im Schülerlabor können Kinder und Jugendliche neben Elektromotoren auch Galilei-Fernrohre selber bauen. „Das schaffen sogar schon Erstklässler*innen“, sagt Ina Militschenko. „Nach dem eigentlichen Bau berechnen sie, wie stark das Fernrohr vergrößert.“ Wenn das Fernrohr schließlich fertig ist, würden viele Kinder stolz ihren Namen darauf schreiben. Und das Gerät natürlich auch selbst ausprobieren: „Einfache, erste Beobachtungen am Nachthimmel sind damit gut möglich. Zum Beispiel lassen sich auf der Oberfläche des Mondes gut Krater erkennen.“

Seit dem Sommersemester 2009 bietet das physikdidaktische Schülerlabor für Schulklassen wöchentlich Veranstaltungen zu physikalischen und astronomischen Themen an. Dazu gehören neben dem Bau von technischen Geräten auch Führungen durch die Universitätssternwarte und Experimente. Bei den Schüler*innen soll so das naturwissenschaftliche Interesse gefördert werden. Gleichzeitig ermöglicht das Konzept angehenden Physiklehrer*innen erste Erfahrungen in der Arbeit mit Schulklassen. Es ist daher fester Bestandteil der Physik-Lehrerausbildung an der Universität Siegen.

Bei den Schulen in der Region erfreut sich das Angebot immer größerer Beliebtheit, berichtet Ina Militschenko: „Inzwischen haben wir sogar eine Warteliste, so groß ist die Nachfrage nach den Terminen.“ Während Führungen und Experimente für die Schulen kostenfrei sind, fallen für das Angebot zum Bau technischer Geräte Materialkosten an: Sie liegen pro Schüler*in bei fünf Euro. Die Kosten werden von den Schulen selbst getragen, manchmal aber auch von lokalen Vereinen oder Unternehmen übernommen.

In diesem Semester hat der Lions Club Kreuztal zum Beispiel zwei Labor-Besuche für die Kreuztaler Clara-Schumann Gesamtschule gesponsert: Zwei MINT-Klassen der Schule konnten so kostenfrei im Labor bauen und werkeln. Die Unterstützung der regionalen MINT-Förderung habe eine hohe Priorität, heißt es vom Lions-Club. Projekte wie die im physikdidaktischen Schülerlabor seien unentbehrlich, um den Nachwuchs im MINT-Bereich zu sichern. Neben den Schüler*innen bedanken sich auch die Mitarbeiter*innen des Schülerlabors für das Engagement: „Es wäre schön, wenn noch mehr Vereine oder Unternehmen auf die Möglichkeit des Sponsorings aufmerksam würden“, hofft Ina Militschenko.

Informationen zu den Angeboten des physikdidaktischen Schülerlabors und das Anmeldeformular finden Interessierte unter http://www.physik.uni-siegen.de/didaktik/zdi/

Feuer und Flamme für MINT

Die Schüler der beiden Siegerschulen stellten ihre Projekte selber vor. Im Bild Dennis Beier und Nils Aderhold von der Carl-Kraemer-Realschule aus Hilchenbach.

Die Schüler der beiden Siegerschulen stellten ihre Projekte selber vor. Im Bild Dennis Beier und Nils Aderhold von der Carl-Kraemer-Realschule aus Hilchenbach.

„Feuer kommt immer gut – je heller, desto besser!“ Die Schüler*innen der Science Show-AG des Hilchenbacher Stift Keppel-Gymnasiums wissen, wie sie ihr Publikum begeistern können. Bei ihren Science Shows bringen sie vor hunderten Zuschauern naturwissenschaftliche Experimente auf die Bühne. Und dabei darf es gerne schon mal knallen, zischen oder eben brennen. Physik und Chemie möglichst unterhaltsam vermitteln, darum geht es den rund 50 Teilnehmer*innen der AG. Für ihr Konzept sind sie jetzt mit dem MINTUS-Preis für schulische MINT-Aktivitäten im Kreis Siegen-Wittgenstein ausgezeichnet worden.

Das Siegerteam, die Science Show-AG des Stift Keppel-Gymnasiums, mit Prof. Dr. Ingo Witzke (l.) und Dr. Thorsten Doublet (2. v. l.).

Das Siegerteam, die Science Show-AG des Stift Keppel-Gymnasiums, mit Prof. Dr. Ingo Witzke (l.) und Dr. Thorsten Doublet (2. v. l.).

Der Preis wurde im Rahmen der Jahresfeier des Forschungsverbundes der MINT-Didaktiken der Universität Siegen (MINTUS) vergeben. Er soll auf besondere Schulprojekte im naturwissenschaftlich-technischen Bereich aufmerksam machen. „Die Science Show-AG am Gymnasium Stift Keppel ist in mehrfacher Hinsicht herausragend“, lobte MINTUS-Sprecher Prof. Dr. Ingo Witzke: „Die Schülerinnen und Schüler sind tolle Multiplikatoren. Bemerkenswert ist, dass sie nicht nur die große Bühne suchen, sondern ihre Experimente auch regelmäßig in Grundschulen zeigen. So wecken sie schon bei den Kleinsten die Begeisterung für MINT-Fächer.“

Gruppenbild der beiden Siegerschulen.

Gruppenbild der beiden Siegerschulen.

Der MINTUS-Schulpreis richtet sich aber nicht nur an große und öffentlichkeitswirksame Projekte wie die Science Show-AG. Auch kleinere Initiativen sollen gewürdigt werden. Der zweite Preis ging deshalb an die Carl-Kraemer-Realschule in Hilchenbach. Schüler*innen der Klassen acht und neun haben auf einem verwilderten Gelände hinter dem Schulgebäude in zweijähriger, harter Arbeit ein Biotop angelegt. „Da können wir jetzt zum Beispiel direkt Wasserproben für den Chemie-Unterricht entnehmen oder in Bio Planzen und Tiere beobachten“, erklärten die beiden Teilnehmer Dennis Beier und Nils Aderhold bei ihrer Projekt-Präsentation.

Junge Menschen sollten möglichst früh und praxisnah an die so genannten MINT-Fächer herangeführt werden, meint auch der Dekan der naturwissenschaftlich-technischen Fakultät, Prof. Dr. Dr. Ullrich Pietsch. „Wir stehen hier unter einem gewissen Druck“, erklärte er bei der Preisverleihung: „Unsere Industrie-Region braucht und wartet auf naturwissenschaftlich gebildeten Nachwuchs.“ Aus diesem Grund wird der MINTUS-Schulpreis auch von den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein gestiftet. Geschäftsführer Dr. Thorsten Doublet wandte sich in seinem Grußwort direkt an die anwesenden Schüler*innen: „Ohne Mathematik, Informatik und die anderen MINT-Fächer gäbe es kein Internet, keine Smartphones und im Winter keine Heizung. Wir brauchen auch in Zukunft Experten in diesen Bereichen.“

Dass naturwissenschaftliche Forschung viel mit unserem Alltagsleben zu tun hat, zeigte auch der Festvortrag von Prof. Dr. Martin Gröger (Chemiedidaktik). Er ging der Frage nach, wie Kohlensäure den Klimawandel beeinflusst. In einem kurzweiligen Mix aus Theorie und praktischen Experimenten demonstrierte er zum Beispiel, wie von Menschen ausgestoßenes CO2 zur Versauerung der Ozeane beiträgt – und wie auf diese Weise die Kalkgehäuse von Muscheln oder Meeresschnecken zerstört werden. Der Vortrag endete mit einem eindrücklichen Appell, mehr auf Nachhaltigkeit zu achten.

Die mit dem MINTUS-Schulpreis ausgezeichneten Schulen dürfen sich über eine Förderung im Wert von 500, beziehungsweise 300 Euro freuen. Außerdem bekamen beide Projektgruppen einen Gutschein für einen Exklusiv-Besuch samt Führung in einem Unternehmen aus dem MINT-Bereich. Im kommenden Jahr soll der MINTUS-Schulpreis erneut vergeben werden. Dann können sich auch Schulen aus den Kreisen Olpe und Altenkirchen dafür bewerben.