bbz unterstützt Jugendliche mit Projekten beim Übergang ins Berufsleben

Azubis geben Schülerinnen und Schülern Einblicke in in technische Berufe.

Mehr als 350 Ausbildungsberufe und über 6.000 verschiedene Studiengänge – wer soll da noch den Durchblick behalten? Es ist aber nicht nur die schiere Zahl der Berufsbereiche und Bildungsgänge, die Schülerinnen und Schüler nach dem Abschluss vor die Qual der Wahl stellt. Bei der Berufswahl ergeben sich oftmals auch ganz grundlegende Fragen und Herausforderungen: Welcher Beruf passt zu mir? In welchem Unternehmen fühle ich mich wohl? Wie kann ich mich im Vorstellungsgespräch gut präsentieren?

Der Start ins Berufsleben bildet für junge Menschen einen wichtigen Lebensabschnitt, der gut überlegt sein will. Seit mehr als 15 Jahren ist das Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen daher ein wichtiger Partner für Jugendliche, aber auch für Schulen und Betriebe, wenn es um die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung geht. „Wir beraten, unterstützen und begleiten Jugendliche auf ihrem Weg ins Berufsleben, informieren über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und stellen Kontakte zu heimischen Unternehmen her“, fasst Sabine Bechheim, Geschäftsführerin des bbz, die vielfältigen Aktivitäten zusammen.

Berufsorientierungsprojekte des bbz decken alle Phasen der Berufswahl ab

Ausbildungsbotschafter beim Schulbesuch am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Siegen

Die Projekte tragen Namen wie „Potenzialanalyse“, „Ausbildungsbotschafter“ oder „Passgenaue Besetzung“ und greifen in den verschiedenen Phasen der Berufswahl. Im Rahmen der Potenzialanalyse kommen die meisten Schülerinnen und Schüler das erste Mal mit der Berufsorientierung in Kontakt. Für die Achtklässler geht es darum, ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten zu entdecken und herauszufinden, zu welchen Berufsfeldern diese gut passen könnten. Danach kommen die Ausbildungsbotschafter des bbz ins Spiel: Junge Auszubildende aus regionalen Betrieben besuchen Schulklassen und geben Schülerinnen und Schülern Einblicke in ihre Ausbildung und ihren Berufsalltag. Hier findet Berufsorientierung auf Augenhöhe statt. Die angehende Werkzeugmechanikerin oder der Einzelhandelskaufmann waren nur wenige Jahre zuvor in der gleichen Situation wie die Schüler, die vor ihnen sitzen. Sie können eigene Erfahrungen teilen und von ihrem Weg ins Berufsleben berichten.

Im Projekt „Passgenaue Besetzung“ erhalten Jugendliche gezielte Unterstützung bei der Vermittlung in eine Ausbildung. Ob persönliche Beratung, Bewerbungstraining oder die Kontaktvermittlung zu Ausbildungsbetrieben – bei diesem Projekt werden junge Menschen individuell auf ihrem Weg in die Ausbildung betreut und begleitet.

Neues Projekt „Türöffner“ bereitet gezielt auf den Berufseinstieg vor

Mit dem Projekt „Türöffner – Eine Chance für Deine berufliche Zukunft“ richtet sich das bbz daher an Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die entweder noch orientierungslos sind oder bei der Ausbildungs- bzw. Studienplatzsuche bisher erfolgslos geblieben sind. Das 6-monatige Berufsvorbereitungsprojekt wird vom Land NRW und verschiedenen regionalen Partnern finanziert und ist daher für die Teilnehmenden kostenlos. Im Rahmen des Projekts kann nachgeholt werden, was pandemiebedingt zu kurz gekommen ist: Berufe und Berufsfelder kennenlernen, praktische Erfahrungen sammeln, Kontakte zu Betrieben knüpfen und Praktika absolvieren. Zudem soll durch die Förderung berufspraktischer Kompetenzen, individuelles Coaching und Bewerbungstraining sowie durch die gezielte Vermittlung in eine Ausbildung oder ein duales Studium der Weg ins Berufsleben geebnet werden. Das Projekt „Türöffner“ startet mit einer ersten Runde am 10. Januar 2022. Interessenten finden auf der Homepage des bbz weitere Informationen und Kontaktdaten für die Teilnahme: www.bbz-siegen.de.Die Corona-Pandemie brachte für viele SchulabgängerInnen noch eine weitere Herausforderung mit sich: Durch ausgefallene Betriebspraktika und Ausbildungsmessen fehlte der persönliche Kontakt zu den Unternehmen und der direkte Einblick in die Berufswelt. Welche Auswirkungen es hat, wenn diese wichtigen Erfahrungen fehlen, zeigt die Zahl der sogenannten „unversorgten“ Jugendlichen – sie ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr nochmal gestiegen.

Förderhinweis: Das Projekt „Türöffner“ wird gefördert mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW und des Europäischen Sozialfonds / REACT-EU als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie.

Text und Foto: Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen e.V.

Schulen können sich wieder für das Berufswahl-SIEGEL bewerben

Derzeit tragen sechs Schulen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe das Berufswahl-SIEGEL als Anerkennung für ihre herausragende Berufswahlorientierung. Ab jetzt können sich weitere Schulen aus der Region für das bundesweit einmalige Qualitätszertifikat bewerben, das von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen vergeben wird. Gleichzeitig beginnt für die Schulen, die in 2019 das SIEGEL erhalten haben, die Rezertifizierungsrunde, denn das Berufswahl-SIEGEL ist eine Auszeichnung auf Zeit.

„Wir hoffen, dass durch die guten Beispiele aus den zurückliegenden Jahren weitere Schulen motiviert werden, sich für das Berufswahl-SIEGEL zu bewerben. Die Bewerbungsunterlagen können von unserer Internetseite www.berufswahlsiegel.org heruntergeladen werden. Bewerbungsschluss ist der 15. Februar 2022“, erläutert die neue Projektleiterin Franziska Gebbeken von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, welche auf die langjährige Projektleiterin Gesine Westhäuser folgt. Die Schulen, die für eine Rezertifizierung anstehen, erhalten die dafür notwendigen Unterlagen direkt zugeschickt.

Das Bewerbungsverfahren läuft in beiden Fällen in zwei Stufen ab. Zunächst beantworten die teilnehmenden Schulen einen Kriterienkatalog etwa zu Aktivitäten der Studien- und Berufswahlorientierung, zur innerschulischen Qualitätssicherung oder zur Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und Eltern. Die Auswertung der schriftlichen Bewerbung erfolgt durch eine unabhängige Jury. Sind die Eindrücke positiv, findet danach eine Auditierung vor Ort in der Schule statt. Wird auch diese Runde gemeistert, erfolgt am Ende im Sommer 2022 die Verleihung des Berufswahl-SIEGELs. Neben den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, einem Zusammenschluss junger Unternehmer und angestellter Führungskräfte, arbeiten in der Jury u. a. erfahrene Pädagogen, Vertreter der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, der IHK Siegen, der IG Metall und des DGB sowie aus Unternehmen und Arbeitgeberverbänden mit.

„Das Berufswahl-SIEGEL wird nach bundesweit einheitlichen Kriterien vergeben. Es hat dadurch einen sehr hohen Stellenwert und eine besondere Aussagekraft in Bezug auf die Qualität der Berufswahlorientierung an weiterführenden Schulen. Die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen unterstützen dieses Projekt, weil davon nicht nur die Schulen profitieren, sondern vor allem die Jugendlichen, die besser auf ihre Berufswahl vorbereitet werden“, so Franziska Gebbeken.

Wirtschaftsjunioren Südwestfalen e.V.
In der Trift 11, 57462 Olpe
Telefon: 02761/96640
Telefax: 02761/966470
E-Mail: info@berufswahlsiegel.org
Internet: www.berufswahlsiegel.org und www.wjsw.de

Digitale JUNIOR Start-up-Week vom 15. bis 19. November 2021

„Die digitale JUNIOR Start-up-Week führt durch die Gründerszenen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Hamburg.

JUNIOR möchte Jugendlichen die Wege und Möglichkeiten einer realen Unternehmensgründung aufzeigen. Dafür präsentieren vom 15. bis 19. November 2021 innovative und nachhaltige Start-ups, sowie Unternehmen und Organisationen ihre Arbeit auf den Feldern Beratung, Finanzierung und Gründung von Start-ups. Ziel ist es, einen möglichst breiten und spannenden Überblick über die vielfältige Gründungs-Kultur und die dazugehörigen Institutionen und Anlaufstellen zu geben.

Die einzelnen Termine beginnen in der Regel täglich gegen ca. 10, 12 und 15 Uhr und dauern zwischen 30 – 60 Minuten. Die Präsentationen werden mit Videokonferenzlösungen datenschutzkonform durchgeführt. Eine aktive Beteiligung der Teilnehmenden ist erwünscht.“

Hier ein Auszug aus den Angeboten:

  • Gründung neben dem Studium
  • „JUNIOR Workshop zur Umsetzung von Schülerfirmen – mit Praxisberichten“ – Workshop mit schülergerechte Methoden zur Initiierung von Schülerunternehmen, im Rahmen dieses Online-Workshops teilen auch ehemalige Teilnehmende ihre Erfahrungen aus der Praxis.
  • „JUNIOR-Schülerfirmen – so geht es“.

Hier der Link auf die Webseite mit weiteren Informationen zu den konkreten Programmangeboten.
https://www.junior-programme.de/neuigkeiten/veranstaltungen/2-digitale-junior-start-up-week-2021

Anmeldungen zur Veranstaltung ab 05. November unter: https://t1p.de/u8db

Info-Veranstaltung „MINT Schule NRW“

Schulen der Sekundarstufe I (Gesamt-, Real-, Haupt- und Sekundarschulen), die sich für den Mehrwert, die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen
einer Zertifizierung als exzellente „MINT SCHULE NRW“
interessieren, sind herzlich zur

digitalen Informationsveranstaltung (GoToMeeting)

am 7. Dezember 2021, 14.00- max. 16.00 Uhr eingeladen.

  • Staatssekretär Mathias Richter aus dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen wird Sie begrüßen.
  • Dr. Heike Hunecke wird Ziele, Mehrwert, Anforderungen und Procedere der Zertifizierung erläutern.
  • Fabian Heyers und Sebastian Seiler werden beispielhaft die nachhaltige MINT-Profilierung an ihrer zertifizierten MINT SCHULE NRW, der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule Bochum, vorstellen.
  • Sie haben die Gelegenheit Ihre Fragen zu klären.


Mit dem beigefügten Rückmeldeformular wird um Ihre Anmeldung gebeten. Der Anmeldelink wird spätestens am Vortag des Termins bis 12 Uhr verschickt.

MINT-Info-Veranstaltung 7.12. – Anmeldebogen

Universität Siegen führt Erweiterungsstudiengang Wirtschaft ein

Die Universität Siegen baut das Angebot für Lehramtsstudierende aus. Zum Wintersemester 2021/22 startet der Erweiterungsstudiengang Wirtschaft. Mit diesem Studiengang erwerben Studierende neben ihren beiden Unterrichtsfächern eine dritte Lehrbefähigung im Fach Wirtschaft. Das Angebot richtet sich an Lehramtsstudierende der Schulformen Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschule sowie Gymnasium und auch an bereits ausgebildete Lehrkräfte.

Die Universität Siegen schafft damit ein Alleinstellungsmerkmal. Bereits zum Schuljahr 2019/20 hatte das Ministerium für Schule und Bildung in NRW an Gymnasien in der Sekundarstufe I einen neuen Kernlehrplan für das Fach Wirtschaft-Politik eingeführt. Für alle anderen Schulformen der Sekundarstufe I erfolgte die Einführung zum aktuellen Schuljahr. An dieser Stelle setzt das neue Angebot an. Schwerpunkte des Studiums sind unter anderem die Bereiche Soziale Marktwirtschaft, Wirtschaftspolitik, Nachhaltigkeit, Verbraucherbildung und die praxisnahe Umsetzung im Unterricht.

Der Erweiterungsstudiengang hat im Vergleich zu einem normalen Teilstudiengang im Lehramt einen reduzierten Umfang, die Module können individuell in das laufende Studium eingebunden werden. Studierende der Sozialwissenschaften können sich zudem Leistungen aus ihrem Studium im Erweiterungsstudiengang anrechnen lassen.

„Eine dritte Lehrbefähigung im Fach Wirtschaft verbessert die Einstiegsmöglichkeiten für angehende Lehrkräfte und bietet bereits ausgebildeten Lehrkräften eine zusätzliche Qualifizierung. Außerdem wird das Angebot im Bereich der lehrerbildenden Studiengänge mit der Einführung insgesamt attraktiver“, so Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Vorsitzender des Zentrums für ökonomische Bildung der Universität Siegen (ZöBiS) zu dem Pilotprojekt.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Nils Goldschmidt
Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen
Telefon 0271 740-3143
Mail: goldschmidt@wiwi.uni-siegen.de

Woche der Elternarbeit in der Beruflichen Orientierung vom 5.- 9. Juli 2021

Die BDA gestaltet über SCHULEWIRTSCHAFT gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit die „Woche der Elternarbeit in der Beruflichen Orientierung“ vom 5.-9. Juli 2021 mit täglich wechselnden Webinaren. Das Spektrum reicht von wissenschaftlichen Studien bis hin zu praktischen Checklisten. Ziel ist es, Betriebe und Eltern für ihre Rolle zu sensibilisieren, zu informieren und konkrete Praxishilfen anzubieten. Auch Multiplikatoren wie Lehrkräfte oder die Berufsberatung sind angesprochen.
Folgende Webinare finden statt:
5.7.2021 (16 – 17 Uhr) – ELTERN INS BOOT HOLEN – Praxisbeispiele gelingender Elternarbeit in der Beruflichen Orientierung – Andrea Datan | SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland & BA
6.7.2021 (16 – 17 Uhr) – FUNKTIONEN DER ELTERN IM PROZESS DER BERUFS- und STUDIENWAHL – Prof. Dr. Thorsten Bührmann | Medical School Hamburg
7.7.2021 (16 – 17 Uhr) – DIGITALER ELTERNABEND SIEMENS – Praxisbeispiel der Fa. SIEMENS – Jörg Matern & Anke Wadle | SIEMENS
8.7.2021 (16 – 17 Uhr) – WIE TICKEN JUGENDLICHE UND WAS BEDEUTET DAS FÜR ELTERN? – Dr. Christoph Schleer | SINUS-Institut
9.7.2021 (16 – 17 Uhr) – SCHÜLERBETRIEBSPRAKTIKUM – Checklisten zur Vor- und Nachbereitung – Yvonne Kohlmann & Dr. Donate Kluxen-Pyta | BDA – SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland
Eine Anmeldung zu den Webinaren ist nicht nötig, zur Teilnahme klicken Sie jeweils auf den hinterlegten Link. Weitere Informationen und Ansprechpartner finden Sie auf der Internetseite des Netzwerks Sommer der Berufsausbildung: Woche der Elternarbeit 5.-9.Juli – Schulewirtschaft.

Gesamtschule Eiserfeld zum ersten Mal mit dem BerufswahlSIEGEL ausgezeichnet

Trotz der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen haben die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen e.V. auch in diesem Jahr zwei Schulen mit dem BerufswahlSIEGEL ausgezeichnet. Eine davon ist die Gesamtschule Eiserfeld. Sie erhielt das BerufswahlSiegel zum ersten Mal. Damit belohnt sie sich für eine außerordentliche Leistung im Bereich der Berufsorientierung. Die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen waren vertreten durch die künftige Projektleiterin des Siegelprozesses Franziska Gebbeken und das Jurymitglied Martin Haselier. Sie überreichten Siegelplakette und Urkunde.

„Gerade auch der Technikraum der Gesamtschule Eiserfeld hat uns bei dem Audit, welches wir im Oktober letzten Jahres durchgeführt haben, begeistert “, unterstrich Martin Haselier. Das Siegel werde nicht vergeben, weil es „chic“ ist, sich für alle möglichen Themen zertifizieren zu lassen. Die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen e.V. als Trägerorganisation für die Region Siegen-Olpe-Wittgenstein möchten damit sowohl die Schulen motivieren, wie auch den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, ihren Weg ins Berufsleben möglichst erfolgreich zu finden und zu gehen.

Kernstück der aufeinander aufbauenden Maßnahmen an der Gesamtschule Eiserfeld ist der Berufs- und Orientierungstag, an dem bis zu 20 örtliche Betriebe und Unternehmen in jeweils einstündigen Workshops den Schülerinnen und Schülern Einblicke in das Berufsleben und ihre Ausbildungsberufe geben. Weiteres herauszustellendes Projekt der Gesamtschule Eiserfeld ist das gemeinnützige Handeln, bei dem die Schüler*innen über ein ganzes Schuljahr hinweg für zwei Stunden in der Woche in einer sozialen Einrichtung wie Kindergarten oder Seniorenheim mitarbeiten.

Das BerufswahlSIEGEL ist ein Zertifikat für Schulen, die in vorbildlicher Weise ihre Schülerinnen und Schüler auf die Arbeitswelt vorbereiten und ihnen den Übergang ins Berufsleben erleichtern. Es wurde in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung entwickelt und wird bereits seit 2000 in verschiedenen Städten und Regionen in Deutschland durchgeführt. Schulen entscheiden selbst, ob sie eine Zertifizierung anstreben und eine Bewerbung abgeben wollen. In den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe tragen derzeit sechs Schulen das Siegel. Die Zertifizierung wird durch eine Jury durchgeführt, die aus Vertretern von Unternehmen, Verbänden, Kammern, Schulaufsicht, Lehrkräften, Gewerkschaften etc. besteht. Das Siegel ist der sichtbare Ausweis für Qualität im Feld der Berufsorientierung und darf von den zertifizierten Schulen öffentlichkeitswirksam eingesetzt werden. Diese Schulen dürfen es drei Jahre lang führen und müssen sich nach dieser Zeit rezertifizieren lassen.

Bild und Info: Wirtschaftsjunioren Südwestfalen e.V.

Wenig Resonanz auf Angebote zur Berufsorientierung

„Schülerinnen und Schüler werden befähigt, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten.“ Der Auftrag der Schulen im Schulgesetz NRW ist so umfassend wie deutlich. Vieles davon ist in der Corona-Zeit zu kurz gekommen, insbesondere das Thema Berufsorientierung war in einer Zeit der Kontaktbeschränkungen und des Distanzunterrichts schwierig umzusetzen. Zu Recht haben die weiterführenden Schulen unter anderem beklagt, dass die sonst üblichen Wege in enger Abstimmung mit den Unternehmen in dieser Zeit nicht mehr funktioniert haben. „Doch auch die Schulen selbst sind in der Pflicht, ihre Schülerinnen und Schüler beim Weg in ein verantwortungsvolles Berufsleben zu begleiten. Diese nehmen sie anscheinend derzeit nicht so ernst, wie es geboten wäre, gerade weil in den vergangenen Monaten so wenig ging. Anders lässt sich nicht erklären, dass bisher nur vier von 62 weiterführenden Schulen im IHK-Bezirk auf das Angebot eingingen, individuelle Programme – digital oder vor Ort – begleitend zur Ausbildungsmesse zu nutzen“, fasst Sabine Bechheim, Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), die Enttäuschung des Veranstalterkreises und etlicher Unternehmen zusammen.

Von Terminen mit Ausbildungsbotschaftern über virtuelle Betriebsführungen bis hin zu Frage-Antwort-Stunden mit Betrieben gibt es immer noch etliche Möglichkeiten, sich die Berufsorientierung in die Schule zu holen. Der Kontakt zu den Schulen ist auch deshalb so wichtig, weil die Reaktion und die Motivation der Schülerinnen und Schüler, sich für die Einzelgespräche mit den Betrieben zu registrieren, auch davon abhängen, wie gut das Angebot in der Schule platziert wurde. „Nur ein Plakat aufzuhängen, reicht offensichtlich nicht. Wir können sehen, dass die Schulen, bei denen das Vormittagsprogramm genutzt wurde, bei den Gesprächsterminen überproportional vertreten sind.“ Sabine Bechheim ist sicher, dass da noch mehr ginge. Und so lädt sie die Schulen weiter ein, sich zu melden, um Berufsorientierung auch in schwierigen Zeiten erlebbar zu machen.

Denn: Die Analyse der Daten aus dem vergangenen Schuljahr hat gezeigt: Etliche Jugendliche wissen nach dem Schulabschluss nicht, wohin. Die Zahl der Ausbildungsverträge ging deutlich zurück, die Einschreibungen an der Universität Siegen stiegen nicht in entsprechender Zahl an. Auch sonst übliche Alternativen wie Bundesfreiwilligendienst, Auslandsjahr oder freiwilliges soziales Jahr fielen weitgehend aus. Bechheim: „Insofern liegt der Verdacht nahe, dass es vielen jungen Leuten an Orientierung fehlt und sie überhaupt nicht wissen, wer sie denn bei dem Weg in ein verantwortliches Leben, so wie das Schulgesetz es vorsieht, begleiten kann. Wir als IHK sind dafür ein guter Partner, den es nun zu nutzen gilt.“

Waren bei den vergangenen Messen in Siegerlandhalle, Stadthalle Olpe und Berufskolleg Wittgenstein mehrere tausend Besucher verzeichnet worden, so ist die Resonanz bei der digitalen Variante derzeit noch sehr übersichtlich: 172 Teilnehmer haben sich registriert, um die etwa 130 Aussteller kennenzulernen. Immerhin 120 Gespräche mit Unternehmen wurden bislang gebucht. Es gibt aktuell noch etwa 700 Bewerberinnen und Bewerber, sodass das Interesse deutlich größer sein könnte. Denn die Messe ist die perfekte Gelegenheit, um vom heimischen Wohnzimmer aus viele Betriebe unverbindlich kennenzulernen. Es ist noch nicht zu spät: Die gemeinsam mit etlichen Partnern organisierte Ausbildungsmesse57 läuft noch bis zum 18. Juni, und die Betriebe freuen sich über jede einzelne Buchung. Sabine Bechheim appelliert auch noch einmal an die Jugendlichen und deren Eltern: „Meldet euch gerne noch an. Wir freuen uns, wenn wir euch bei der Suche nach exzellenten Zukunftsaussichten helfen können – es gibt aktuell noch etwa 1.500 freie Lehrstellen!“
Die Schul-Workshops sind weiterhin individuell buchbar. Weitere Informationen sind unter ausbildungsmesse57.de zu finden. Schulen können sich unter ausbildungsberatung@siegen.ihk.de beim Organisationsteam melden.

Text: IHK Siegen

Universität Siegen bietet „Extrazeit zum Lernen“

Feriencamps, abwechslungsreiche Förderangebote oder eine „Werkstatt für Kinder“ – die Universität Siegen bietet ab sofort in Kooperation mit Projektpartnern außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote an. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche in Coronazeiten zu fördern, um Auswirkungen – verursacht durch den Shutdown von Bildungseinrichtungen – zu kompensieren und abzuwenden. Das Projekt „Extrazeit zum Lernen“ wurde jetzt  bewilligt. Es soll insbesondere durch Armut gefährdete Kinder und Jugendliche sowie SchülerInnen mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf erreichen.

Die Uni Siegen kooperiert mit der Universitätsstadt Siegen und mit insgesamt zehn Institutionen aus der Region, darunter Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen der Stadt Siegen. Einige hundert SchülerInnen sollen in kleinen Gruppen bis Ende des Jahres von dem Angebot profitieren. Die Projekte werden durch die teilnehmenden Einrichtungen beworben. Kinder können sich selbst anmelden oder durch ihre Eltern angemeldet werden. Studierende des Lehramts und der Sozialen Arbeit arbeiten mit Beschäftigten der verschiedenen Einrichtungen vor Ort zusammen. Sie bieten gemeinsam zum Beispiel wöchentliche Förderangebote nachmittags oder an Wochenenden an. In Ferienprogrammen können pandemiebedingte Lerndefizite aufgeholt werden. Auch Angebote zum sozialen, motorischen und sprachlichen Lernen sollen stattfinden. Möglich sind außerdem berufsvorbereitende Maßnahmen und Zusatzangeboten im Bereich Werken und Technik für SchülerInnen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf. Die Kinder- und Jugendtreffs ergänzen als außerschulische Bildungsorte die Schulstandorte und setzen in ihren Förderangeboten auf informelle Bildungsprozesse. „Wir wollen das nachholen, was im vergangenen Jahr oft zu kurz gekommen ist“, sagt Carolin Quenzer-Alfred, die zum Organisationsteam gehört.

Die Angebote sollen, wann immer möglich, in Präsenz stattfinden. „Wir wollen genau die SchülerInnen erreichen, die wir mit Online-Angeboten nur schwer oder gar nicht erreichen können“, sagt Quenzer-Alfred. André Schmidt, Dezernent für Kinder, Jugend und Familie, Bildung, Soziales und Wohnen der Stadt Siegen, bestätigt: „Wir sind froh, dass wir nach den langen Monaten der Pandemie mit Distanzlernen und reduzierten, meist digitalen Angeboten Kinder und Jugendliche nun wieder intensiver unterstützen und fördern können. Die Angebote in Kooperation mit der Universität stärken und ergänzen unser reguläres Angebot sinnvoll und gezielt.“

Geleitet wird das Projekt von der Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Förderpädagogik der Uni Siegen (“Emotionale und soziale Entwicklung”, Prof. Daniel Mays). Das Teilprojekt „Werkstatt für Kinder“ findet unter der wissenschaftlichen Leitung der OASE L ernwerkstatt der Uni Siegen (Dr. Barbara Müller-Naendrup) statt. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie „Außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote in Coronazeiten zur Reduzierung pandemiebedingter Benachteiligungen“ vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen mit 64.000 Euro.

Kontakt
Carolin Quenzer-Alfred
E-Mail:  carolin.quenzer@uni-siegen.de 

Projektpartner
– Geisweider Grundschule
– Hammerhütter-Schule
– Glückaufschule Siegen/OASE Lernwerkstatt Uni Siegen
– Hauptschule Achenbach
– Gymnasium Netphen
– Bertha- von-Suttner-Gesamtschule
– Städtischer Kinder- und Jugendtreff Fischbacherberg
– Städtischer Kinder- und Jugendtreff Westhang
– Stadtteilcafé Fischbacherberg
– Städischer Kinder- und Jugendtreff Geisweid (Haus der Interkulturellen Bildung)

Bild und Info: Universität Siegen

Berufskunde online: Das ist der MEBerufe-Stream

Unser M+E-InfoTruck muss wegen Corona weiterhin einen Boxenstopp einlegen. Wir haben daher für Schulen ein kostenfreies Livestream-Angebot erarbeitet, den „MEBerufe-Stream“. Er unterstützt Schüler/innen auch in der Pandemie bei der Berufsorientierung und vermittelt gleichzeitig Inhalte aus dem InfoTruck.
Im Mittelpunkt des Livestreams stehen die Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen in der Metall- und Elektro-Industrie. Die Online-Veranstaltung richtet sich an Schulklassen der Jahrgangsstufen 9 und 10. Durch erklärende Videos und Charts sowie Live-Umfragen und Chatmöglichkeiten beziehen unsere M+E-Berater die Jugendlichen ein und bieten Schulen dadurch eine abwechslungsreiche und interaktive Unterrichtseinheit in Zeiten von Homeschooling.
Interessiert? MEBerufe-Stream: http://ow.ly/GpdG50EDdil
Melden Sie sich auch gerne direkt bei Ihrem Ansprechpartner:
Armin Skladny
0221 4981-492
skladny@iwkoeln.de