Chemielehrer machen spannende Experimente

Wenn es wieder mal knallt, raucht und sprüht, machen die Schülerinnen und Schüler große Augen. Klar, denn dann ist der Chemieunterricht genau so, wie er sein sollte – spannend. Neue Ansätze und Experimente für einen aufregenden Unterricht und dafür, wie man Jugendliche für chemische Reaktionen und Prozesse begeistert, können Lehrerinnen und Lehrer in Westfalen im Dezember an drei verschiedenen Tagen erfahren. Spannende Experimente warten am 4. Dezember bei der Evonik Industries AG in Marl, am 6. Dezember Uhr bei der BASF Coatings AG in Münster und am 13. Dezember bei der STAUF Klebstoffwerke GmbH in Wilnsdorf jeweils von 9 bis 16 Uhr. Das Chemielehrerfortbildungszentrum der TU Dortmund mit Studienrätin Corinna Ostwinkel und der Westfälische Arbeitgeberverband Chemie e.V. führen die Lehrerfortbildung in den Unternehmen vor Ort durch.

Neben einer Werksführung erhalten die Lehrkräfte die Möglichkeit, neue Experimente in den Laboren der Unternehmen zu proben. Unter dem Motto „Quer durch den Lehrplan der Sekundarstufe I“ können altbekannte oder neue Experimente durchgeführt werden, z.B. die Herstellung von Trockeneis, der „Kaffeebohnen-Vergleich“ oder der Bau einer Haargel- oder Kartoffelbatterie. Diese und andere Experimente können praktisch erprobt und für den Einsatz im Unterricht diskutiert werden. Aufgrund vieler Gemeinsamkeiten der Lehrpläne des Gymnasiums, der Realschule und der Hauptschule können die Experimente überall eingesetzt werden, so dass die Veranstaltung für Kolleginnen und Kollegen aller Schulformen geeignet ist. Im Rahmen der Berufswahlvorbereitung erhalten Lehrerinnen und Lehrer zudem einen Überblick, welche Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt an die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler gestellt werden.

Für die Chemielehrerfortbildung in Marl, Münster und Wilnsdorf sind noch Plätze frei. Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich bis zum 20.11. / 22.11. bzw. 30.11.2017 per Mail  (chlfbz@tu-dortmund.de) anmelden.

Schulen Können Sich Wieder Für Das Berufswahl-SIEGEL Bewerben

Derzeit tragen elf Schulen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe das Berufswahl-SIEGEL als Anerkennung für ihre herausragende Berufswahlorientierung. Ab jetzt können sich weitere Schulen aus der Region für das bundesweit einmalige Qualitätszertifikat bewerben, das von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen vergeben wird. Gleichzeitig beginnt für die Schulen, die in 2015 das SIEGEL erhalten haben, die Rezertifizierungsrunde, denn das Berufswahl-SIEGEL ist eine Auszeichnung auf Zeit.

„Wir hoffen, dass durch die guten Beispiele aus den zurückliegenden sechs Jahren weitere Schulen motiviert werden, sich für das Berufswahl-SIEGEL zu bewerben. Die Bewerbungsunterlagen können von unserer Internetseite www.berufswahlsiegel.org heruntergeladen werden. Bewerbungsschluss ist der 2. Februar 2018“, erläutert Gesine Westhäuser von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen. Die Schulen, die für eine Rezertifizierung anstehen, erhalten die dafür notwendigen Unterlagen direkt zugeschickt.

Das Bewerbungsverfahren läuft in beiden Fällen in zwei Stufen ab. Zunächst beantworten die teilnehmenden Schulen einen Kriterienkatalog etwa zu Aktivitäten der Studien- und Berufswahlorientierung, zur innerschulischen Qualitätssicherung oder zur Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und Eltern. Die Auswertung der schriftlichen Bewerbung erfolgt durch eine unabhängige Jury. Sind die Eindrücke positiv, findet danach eine Auditierung vor Ort in der Schule statt. Wird auch diese Runde gemeistert, erfolgt am Ende im Sommer 2018 die Verleihung des Berufswahl-SIEGELs.

Neben den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, einem Zusammenschluss junger Unternehmer und angestellter Führungskräfte, arbeiten in der Jury u. a. erfahrene Pädagogen, Vertreter der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, der IHK Siegen, der IG Metall und des DGB sowie aus Unternehmen und Arbeitgeberverbänden mit.

„Das Berufswahl-SIEGEL wird nach bundesweit einheitlichen Kriterien vergeben. Es hat dadurch einen sehr hohen Stellenwert und eine besondere Aussagekraft in Bezug auf die Qualität der Berufswahlorientierung an weiterführenden Schulen. Die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen unterstützen dieses Projekt, weil davon nicht nur die Schulen profitieren, sondern vor allem die Jugendlichen, die besser auf ihre Berufswahl vorbereitet werden“, so Gesine Westhäuser.

Kreis lädt im September zu MINT-Mitmachtagen ein

Es ist wieder soweit! Die MINT-Mitmachtage stehen in den Startlöchern! Am Donnerstag, 21. September und Freitag, 22. September, steht wieder die Zeltstadt auf dem Vorplatz des Kreishauses. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können dann experimentieren, entdecken und in die Welt von Mathematik, Naturwissenschaft, Informatik und Technik (kurz: MINT) eintauchen.

In diesem Jahr finden die MINT-Mitmachtage bereits zum vierten Mal statt. Gemeinsam mit vielen Partnern aus der Region hat das Regionale Bildungsbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein wieder ein spannendes Programm zusammengestellt.

Während die Zeltstadt am Donnerstag den Schülern und Kita-Gruppen gehört, sind die MINT-Mitmachtage am Freitagnachmittag von 13:30 bis 16:00 Uhr für jedermann offen. Anmeldung nicht erforderlich! „Es war im letzten Jahr sehr beeindruckend zu sehen, wie die Kinder hochmotiviert und vollkonzentriert an einer Sache geforscht, gebaut oder experimentiert haben“, erzählt Julia Gaffron vom Regionalen Bildungsbüro. „Wir freuen uns, dass wir mit den zuverlässigen Partnern an unserer Seite auch in diesem Jahr wieder tolle Angebote ermöglichen können und sind sehr dankbar für diese große Unterstützung“, unterstreicht Christine Büdenbender, Geschäftsführung des zdi-Zentrums Regionalinitiative MINT Siegen-Wittgenstein.

Schon jetzt darf man sich u.a. auf „LEGO-Education“ und auf heiße Modellflitzer des Technikmuseums Freudenberg freuen. Auch die „Science Show“ des Gymnasiums Stift Keppel ist bei den MINT-Mitmachtagen dabei und wird dreimal täglich mitreißende Experimente präsentieren.

Ein weiteres Highlight in diesem Jahr: im Foyer des Kreishauses wird die „Mini-Phänomenta“ zu sehen sein, bei der auch fleißig experimentiert werden kann. Außerdem werden die MINT-Mitmachtage am Donnerstag erstmals von einem Social Media Team der Landesinitiative zdi (Zukunft durch Innovation) begleitet – später sind die Experimente und verschiedenen Aktionen dann auf YouTube zu sehen.

Die regulären Termine für Schulklassen und Kitagruppen sind übrigens längst schon wieder ausgebucht. Bisher haben sich über 1.000 Jugendliche angemeldet.
Für alle anderen gilt: einfach am Freitagnachmittag ab 13:30 Uhr vorbeischauen und bei den MINT-Mitmachtagen mitmachen!

Wirtschaftsjunioren bescheinigen erneut herausragende Berufsorientierung

Schulleiter Karsten Holz (rechts) und Studien- und Berufswahlkoordinator Andreas Glink (links) nahmen Siegelurkunde und Plakette von Gesine Westhäuser von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen e.V. entgegen.

Das Städtische Gymnasium Bad Laasphe wurde bereits zum zweiten Mal mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde übergab Gesine Westhäuser von den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen e.V. Siegelurkunde und Plakette. „Ihre Schule bietet den Schülerinnen und Schülern ein schlüssiges Konzept für die Berufswahlorientierung, das über das normale Maß hinausgeht. Die einzelnen Elemente greifen dabei sinnvoll ineinander. Es werden Brücken geschlagen zu Berufsbildern und praktischen Anwendungen.“ Eine Schule, die das Siegel habe, mache viele Dinge anders, als andere, so Gesine Westhäuser weiter. Dies werde durch das Siegel dokumentiert. Im Übrigen werde diese Auszeichnung nicht einfach so vergeben. Vielmehr sei eine schriftliche Bewerbung notwendig, in der die Schule ihr Konzept der Berufswahlorientierung schlüssig erläutere. Eine fachkundige Jury aus Vertretern der Wirtschaft, der Wirtschaftsjunioren, der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit sowie erfahrenen Pädagogen entscheide dann darüber, ob ein Audit in der Schule durchgeführt werde und abschließend über die Siegelvergabe. „In Ihrem Fall waren Bewerbung und Audit stimmig und haben uns überzeugt.“

Aktuell verfügen 11 Schulen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe über dieses Zertifikat, das drei Jahre Gültigkeit hat. Insgesamt haben bislang 19 Schulen das Siegel erhalten, darunter zwei Gymnasien. Nicht alle Schulen sind zur Rezertifizierung angetreten. Ebenso haben Schulschließungen und Schulzusammenlegungen zu einer Reduzierung der Siegelschulen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe geführt.

Allen SIEGEL-Schulen gemeinsam ist ein vielseitiges, ideenreiches Angebot an berufsorientierenden Projekten und Veranstaltungen, die in der Summe ein durchgehendes, schlüssiges Konzept ab Klasse 5 darstellen. Ebenso ist eine bunte Mischung von Partnerunternehmen im Rahmen von Kursen und Projekten präsent und macht Berufe erfahrbar.

Im Herbst 2017 beginnt eine neue Bewerbungsrunde für das Berufswahl-SIEGEL, an der alle weiterführenden Schulen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe teilnehmen können. Außerdem startet nach den Sommerferien die Rezertifizierungsphase für die Schulen, die in 2015 das SIEGEL erhalten haben.

Weitere Informationen dazu auf http://berufswahlsiegel.org/

Ameisen unter der Lupe

Unter Anleitung von Lehramtsstudierenden aus dem Fach Biologie führten die Schülerinnen und Schüler im Ameisenlabor der Uni Siegen einfache Experimente durch. Bildnachweis: Universität Siegen

Konzentriert beugen sich die Jungen und Mädchen über die Mikroskope. Unter der Linse bewegen sich nur wenige Millimeter große Tierchen: Die einheimische Schmalbrustameise „Temnothorax nylanderi“. Normalerweise lebt sie in Kolonien in ausgehölten Eicheln oder dünnen Stöckchen. Für die Experimente im Ameisenlabor haben die SchülerInnen die Ameisen in kleine Plastik-Apartments umgesiedelt. A.N.T.S. (Ameisenforschung als neues Thema an Schulen) nennt sich das Projekt. An der Uni Siegen wird es im Rahmen des Seminars „Biologie eusozialer Insekten“ von Prof. Dr. Klaudia Witte und den Lehramtsstudierenden organisiert und durchgeführt. 24 SiebtklässlerInnen der Gemeinschaftsschule Burbach haben jetzt daran teilgenommen.

Nach einer kurzen Einführung zur Lebensweise der Ameisen ging es für die SchülerInnen gleich daran, das „Wer-ist-wer“ innerhalb der Kolonie zu bestimmen. Wie unterscheiden sich die Arbeiterinnen von der Königin, den geflügelten Jungköniginnen und den Männchen? An einer separaten Station konnten die NachwuchswissenschaftlerInnen außerdem beobachten, wie die Ameisen sich gegenseitig beziehungsweise ihre Larven füttern. Dazu war den Ameisen bereits ein Tag zuvor mit blauer Lebensmittelfarbe gefärbtes Wasser zum Trinken angeboten worden. In den hellen Larven und im Hinterleib der Ameisen war die blaue Farbe gut zu erkennen.

Unter Anleitung der Lehramtsstudierenden führten die SchülerInnen auch einfache Experimente mit den Ameisen durch – beispielsweise einen Test zur Nahrungswahl. In einer Wahlarena aus Plastik wurden den Tieren Zucker, Salbeiblätter und Liebstöckel angeboten. Die Jungen und Mädchen konnten beobachten, welche Speisen die Ameisen bevorzugen. Die Beobachtungen wurden abschließend sorgfältig notiert.

Die Idee zu A.N.T.S. stammt ursprünglich von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Biologen haben dort zusammen mit dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz einen so genannten „Ameisenkoffer“ entwickelt. Darin finden sich alle Utensilien für die Haltung der Ameisen, die Experimente und entsprechendes Begleitmaterial. „Der Experimentier-Koffer ermöglicht Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen Einblicke in die naturwissenschaftliche Forschung“, sagt Prof. Witte, der es auch darum geht, Lehrern das Konzept vorzustellen. „Das vorhandene Grundinteresse an lebenden Tieren wird genutzt, um ein effektives und lebensnahes Lernen zu ermöglichen.“

Jede Ameisenkolonie konnte nach der etwa zweistündigen Veranstaltung in eine Eichel umziehen und wurde unversehrt wieder in die Natur entlassen. Die SchülerInnen absolvierten zum Abschluss noch ein Ameisenquiz – und wurden anschließend mit einer Urkunde als „Ameisenforscher“ ausgezeichnet. Die erfolgreiche Veranstaltung soll an der Uni Siegen auch in Zukunft wiederholt werden.

Sieger des MINToringSI Jahrgangs 2015 gekürt

Sieger der MINToringSi Projektphase 2015: (v.l.n.r.) Dr. Bernd Klose, Prof. Dr. Thomas Seeger, Leo Fischer, Tim Elter, Domenic Gust, Tobias Adam, Jona Irle, Werner Hücking, MINTor Daniel Herrmann, Dipl.-Ing. Jörg Dienenthal (Krankheitsbedingt fehlte das sechste Gruppenmitglied: Tom Lorenz Klein)

Im Rahmen des MINToringSi-Programms wurde im Haus der Siegerländer Wirtschaft eine von fünf Gruppen zum Sieger der fünf  Monate dauernden Projektphase gekürt. Das Projekt der Gruppe – eine Blinkeranlage für Fahrräder mit zugehöriger Funktionsweste. Nach der vorangegangenen schriftlichen Ausarbeitung der Projekte hatten die Gruppen die Gelegenheit, ihre Projekte inklusive der konstruierten Prototypen einem interessierten Publikum aus Vertretern von Unternehmen, Lehrern und Eltern zu präsentieren. Die Bandbreite der vorgestellten Arbeiten umfasste neben dem Siegerprojekt die Entwicklung einer Laserharfe, den Bau eines Bakterien-Brutkastens und eines „Sun-Freezers“ sowie eine Idee zum Recycling von Thermoplast-Kunststoffen.

„Neben der guten Dokumentation, der guten Recherche und der Präsentation der Arbeit, stach insbesondere die Idee heraus, einen vertrauten Alltagsgegenstand um Funktionalitäten der Moderne zu erweitern.“, erläuterte Dr. Bernd Klose, Programmleiter seitens der Universität Siegen die Juryentscheidung in seiner Laudatio. „Die Gruppe setzte sich intensiv mit ihrer Idee auseinander und hat sogar eine kleine Umfrage zur Relevanz ihres Projektes gestartet. Wichtig war ihnen, die Sicherheit für Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu erhöhen“ ergänzt Christina B. Schmidt, Programmbetreuerin seitens des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen e.V. (VdSM).  Das Ergebnis des Projektes, ein mit Blinkanlage ausgestattetes Fahrrad, sowie eine dazugehörige per Funk angesteuerte  Weste mit daran befestigten LED, konnte dem beeindruckten Publikum funktionstüchtig vorgestellt werden.

MINToringSi fördert seit 2008 in jeweils drei Jahre dauernden Mentoren-Beziehungen den Übergang von der Schule an die Hochschule. „Wir möchten mit diesem Programm dazu beitragen, die Fachkräftesicherung auch für unsere Unternehmen zu unterstützen. Es setzt daher auch auf die mit den naturwissenschaftlich-technischen Fächern verbundene Faszination, die die Teilnehmenden zusätzlich für ein Studium motiviert“ schildert Jörg Dienenthal, Vorsitzender des VdSM die Hintergründe.

Werner Hücking, der sich für das Programm seitens der Bezirksregierung Arnsberg stark macht, wünscht sich, „dass das Programm auch anderen Schülerinnen und Schülern Mut macht, sich mit den MINT-Fächern zu beschäftigen. Ein solides Studium in diesem Bereich abzuschließen ist nicht nur besonders Begabten möglich, vor allem bei den bemerkenswert guten Betreuungsverhältnissen an der Universität Siegen.“

Prof. Dr. Thomas Seeger, Prodekan für Qualität und Internationales der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen, ergänzt aus Elternsicht die positiven Effekte, die die Teilnahme an Förderprogrammen dieser Art auf die Teilnehmenden habe: „Die Jugendlichen entwickeln sich, werden sich ihrer Stärken bewusst und lernen, als Team zu agieren. Auch durch die Konfrontation mit Schwierigkeiten im Projekt wächst der Erfahrungshorizont der Teilnehmenden.“

Die Zukunft lernt im Kindergarten und in der Grundschule

Prof. Dr. Gisela Lück führte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch kleine Experimente durch.

„Naturwissenschaftliche Bildung schon im Kindergarten und in der Grundschule: sprachfördernd, inklusionssensibel und mit spannenden Experimenten“ – das war das Thema einer Vortragsveranstaltung für Erzieherinnen und Erzieher aus Kindertagesstätten in Siegen-Wittgenstein, die kürzlich im Haus der Siegerländer Wirtschaft in Siegen stattfand. Die Veranstaltung wurde von den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein angeboten und durchgeführt.

Expertin auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen Früherziehung und Referentin der Veranstaltung war Prof. Dr. Gisela Lück, Chemiedidaktikerin an der Universität Bielefeld: „Bereits im Vorschulalter nehmen Kinder an den Dingen ihrer Umgebung Anteil und versuchen, die Zusammenhänge ihres Umfelds zu ergründen. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass sogar schon bei Drei- bis Fünfjährigen die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für einen Zugang zu naturwissenschaftlichen Phänomenen angelegt sind. Diesem nachweisbaren Interesse der Kinder kommt das bisherige Bildungsangebot aber nicht nach. Aus diesem Grunde haben wir spannende Experimente für Kinder im Kindergartenalter entwickelt, in denen sie erste Erfahrungen mit der unbelebten Natur machen.“

Kindergartenkinder sind begeistert dabei, wenn es um das Erkunden von Naturphänomenen geht. Auch im Grundschulalter setzt sich dieses Interesse fort. Daher ist es begrüßenswert, dass die Bildungsvereinbarungen für die Kita und die Lehrpläne für den Sachunterricht Naturphänomene verstärkt berücksichtigen. Dennoch stößt die praktische Umsetzung im Alltag oft auch auf Grenzen, weil die Heterogenität der Lerngruppen zu groß oder andere Themenfelder wie sprachliche Förderung ebenfalls einen hohen Stellenwert einnehmen. Der Vortrag von Frau Prof. Dr. Gisela Lück zeigte Wege auf, wie durch naturwissenschaftliche Bildung im frühen Kindesalter sowohl unterschiedliche Lerngruppen gleichzeitig gefördert werden und zudem auch sprachliche Kompetenzen unterstützt werden können. Er gab zudem einen Überblick über die Möglichkeiten naturwissenschaftlicher Förderung in Kindergarten und Grundschule, wobei ein besonderer Stellenwert auf neuere Untersuchungsergebnisse zur Förderung von Kindern mit Lernbarrieren gelegt wurde. Zudem wurden entwicklungs- und lernpsychologische Aspekte vorgestellt, die verdeutlichen, warum die frühe Hinführung zu naturwissenschaftlichen Phänomenen wirksam ist. Kleinere Experimente während des Vortrags forderten zum Nachmachen für zu Hause auf.

Die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein engagieren sich schon seit einigen Jahren auf dem Gebiet der MINT-Bildung. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Gerade diese Bereiche sind es, die in der heimischen Industrie besonders nachgefragt werden und bei denen inzwischen ein immer größer werdender Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften festzustellen ist. Die Innovationskraft und die Leistungsfähigkeit der Ingenieure und der qualifizierten gewerblich-technischen Fachkräfte sind jedoch maßgeblich für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Siegen-Wittgenstein. Sowohl aus Arbeitgebersicht wie auch aus gesellschaftspolitischer Perspektive haben die Arbeitgeberverbände deshalb ein großes Interesse daran, die naturwissenschaftliche Früherziehung gezielt in ihrer Verbandsregion zu unterstützen.

Diese Vortragsveranstaltung ergänzt die inzwischen vielfältigen MINT-Aktivitäten der Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgen­stein. Dazu gehören beispielsweise auch der Einsatz der Miniphänomenta in Grundschulen oder das Projekt MINToringSi, die Begleitung von Abiturienten auf ihrem Weg in ein Studium.

Deutsche Schüler sind keine finanziellen Analphabeten

Ein Budget kalkulieren, online überweisen, die Altersvorsorge planen – können 15- und 16-Jährige das? Siegener Wissenschaftler haben das in einer Studie untersucht.

In den kürzlich veröffentlichten PISA-Ergebnissen zur finanziellen Bildung von Jugendlichen schneiden viele Länder schlecht ab. Deutschland nicht – es hatte gar nicht teilgenommen. Wirtschaftswissenschaftler Dr. Michael Schuhen und Susanne Schürkmann vom Zentrum für ökonomische Bildung (ZöBiS) der Universität Siegen finden das richtig. Die PISA-Studie sei wenig aussagekräftig, sagen sie. Deshalb haben die beiden seit 2012 eine eigene Studie zu den finanziellen Kompetenzen deutscher Jugendlicher durchgeführt. Eines der Ergebnisse lautet: Deutsche Schülerinnen und Schüler sind nicht pauschal finanzielle Analphabeten. Bei den Themen Schulden und Versicherungen haben sie aber großen Nachholbedarf.

„Wir bestärken Deutschland darin, nicht an der PISA-Studie teilzunehmen, weil es dabei im Wesentlichen um mathematische Kenntnisse geht“, sagt Michael Schuhen. „Nur weil wir rechnen können, verstehen wir aber nicht automatisch wirtschaftliche Zusammenhänge“, erklärt er seine Kritik. Ihre eigene, nicht repräsentative Studie haben die Siegener Wissenschaftler deshalb anders konzipiert. Sie gaben den 400 teilnehmenden SchülerInnen Tools an die Hand, zum Beispiel einen Sparratenrechner, mit dessen Hilfe die 15- und 16-Jährigen Situationen aus dem echten Leben einschätzen sollten. Die Jugendlichen sollten im Test zum Beispiel erkennen, wie sie die Rentenlücke bei der Altersvorsorge schließen können. Entscheidend sei nicht die Zahl oder der Prozentsatz am Ende des Rechenweges, meint Schuhen. „Wenn mir mein Rechner einen Wert von 2,3 Prozent anzeigt, sagt mir das erstmal gar nichts. Ich muss wissen, wie ich die Zahl bewerte und wie sie sich auf meine Entscheidung auswirkt.“

Im Test sollten die SchülerInnen einschätzen, wie sicher oder risikobehaftet ihre Geldanlage ist, wie sie das Budget für ihren Einkauf kalkulieren, oder wie sie online eine Rechnung überweisen. Die reinen Rechenschritte konnten die meisten SchülerInnen gut lösen, ebenso gut konnten sie Online-Tools nutzen. Schwierig wurde es, wenn sie das Ergebnis auf ihre konkrete Lebensplanung übertragen oder Entscheidungen treffen sollten. „Da fehlt es schulformübergreifend an entsprechenden Kompetenzen“, erklärt Susanne Schürkmann. Die ForscherInnen fordern deshalb, ein institutionalisiertes Schulfach mit gut ausgebildeten Lehrern, wie es momentan in NRW diskutiert wird.

Das Problem liege darin, dass in Deutschland im Alltag selten über Themen wie Schulden oder Versicherungen geredet würde, beziehungsweise erst, wenn die Krise schon da sei. Schulden seien in Deutschland verbreitet ein Tabu-Thema. Beim Thema Sparen, also der Vermögensbildung, sehe das etwas anders aus. Das lernen Kinder teils schon, wenn sie Taschengeld zur Verfügung haben oder einen Ferienjob machen.

Die Siegener Wissenschaftler möchten keine Erziehungstipps geben. Wichtig ist ihnen, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben, ein gewisses Grundlevel an Finanzwissen und -kompetenz zu erlangen. „Was die Jugendlichen mit dem Wissen machen, ist ihre Sache. Wichtig ist, dass sie sich in der Finanzwelt auskennen und nicht abhängig von Empfehlungen oder Entscheidungen anderer sind, die fatale und kostspielige Konsequenzen haben können“, sagt Schürkmann.

Es wird wieder gewerkelt in der „WerkStadt“

Am 24. Juni 2017 findet der Tag der Technik in Siegen bereits zum 8. Mal statt. Auf dem Busbereitstellungsplatz neben dem Lokschuppen kann dann wieder einen ganzen Tag lang vom morgens 11.00 Uhr bis nachmittags 17.00 Uhr geschraubt, gesägt, gegossen, geschweißt, gestaunt und experimentiert werden. „Mit dieser Veranstaltung möchten wir den Menschen in unserer Region zeigen, was unsere Unternehmen so alles drauf haben und was uns bis heute wirtschaftlich stark macht“, so Helmut Hofmann von den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein.

Getragen und organisiert wird der Tag der Technik vom „Regionalen Netzwerk Technik“, einem Zusammenschluss engagierter Bürger und verschiedener Organisationen, wie dem DGB, den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein, der Volksbank Siegerland eG, der Industrie- und Handelskammer Siegen und nicht zuletzt der Stadt Siegen. Hinzu kommen als eigentliche Hauptakteure engagierte Unternehmen aus der Region, die einen Tag lang ihre Werkstätten in die Stadt bringen und die Besucher zum selber Ausprobieren und Mitmachen einladen.

In diesem Jahr mit dabei ist erstmalig auch der neue InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie. Das Fahrzeug bietet auf zwei Etagen modernste Technik zum Anfassen und zur Berufswahlorientierung.

Bundesweit informieren insgesamt zehn M+E-InfoTrucks kostenfrei an Schulen, öffentlichen Einrichtungen und auf Messen über die Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Metall- und Elektro-Industrie. Dabei steht der Spaß am „selber erleben“ im Vordergrund.

In der unteren Etage gelingt dies mit anschaulichen Experimentierstationen, an denen die Faszination Technik greifbar und erlebbar wird. Die Besucher können selber eine CNC-Maschine programmieren und damit ein Werkstück fräsen. Wer schon immer mal wissen wollte, wie ein Aufzug gesteuert wird oder mit Elektronik-Bausteinen eine Lampe zum Leuchten bringen möchte, ist hier genau richtig. Begleitet werden alle Exponate durch interaktive Aufgabenstellungen und Hintergrundinfos auf Tablets.

Im ganzen InfoTruck sorgen modernste Multimedia-Anwendungen für eine zielgruppengerechte Ansprache. M+E-Branchen und Produkte in ihrer ganzen Breite: So empfängt die Bildschirmgalerie jeden Besucher. Weiter geht´s am 3D-Monitor mit einer Liveschaltung in verschiedene M+E-Unternehmen. Junge Mitarbeiter berichten, was ihnen an ihrem Arbeitsplatz wichtig ist und wie die Ausbildung abläuft.

Der BerufeScout gibt auf einem riesigen Hochkant-Monitor Infos zu den Berufen der Metall- und Elektro-Industrie. Wer noch nicht weiß, welcher Beruf zu ihm passt, kann dies hier spielerisch herausfinden. Und findet auch direkt dazu passende freie Ausbildungsplätze in der Region.

In der zweiten Fahrzeugebene ist Platz für tiefer gehende Informationen. Das Highlight ist der 1,5 Quadratmeter große Multitouchtable: Hier können bis zu sechs Besucher/innen gleichzeitig Arbeitsplätze und Berufe der M+E-Industrie erkunden und selber an der Produktion eines Autos mitwirken. Dabei stehen berufstypische und interaktive Aufgabenstellungen im Vordergrund.

Weitere Infos unter: https://www.me-vermitteln.de/m-e-infotruck

Ausbildungsmesse 2017 am 17. und 18. Mai in der Siegerlandhalle

Ausbildung, Studium, Karriere – bei der Ausbildungsmesse Siegen können sich alle Messebesucher wieder auf umfassende Informationen und informative Workshops freuen. 117 Unternehmen und Institutionen beteiligen sich in diesem Jahr mit einem Ausstellungsstand oder an Gemeinschaftsständen an der Ausbildungsmesse Siegen vom 17. bis 18. Mai. Die Messe findet im großen Saal und im Foyer der Siegerlandhalle statt und ist an beiden Tagen von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Neben den heimischen Unternehmen gehören zu den Ausstellern vier Berufskollegs, drei überbetriebliche Lehrwerkstätten, sechs Handwerksinnungen, die Universität Siegen, die FOM Hochschule, die Agentur für Arbeit Siegen, die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, die Kreishandwerkerschaft, die Handwerkskammer Südwestfalen, der DGB, die IG Metall, die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein, der DEHOGA Westfalen, Karriere Südwestfalen, die Bauwirtschaft Südwestfalen und die IHK. Außerdem stehen vor der Siegerlandhalle der Bau-Bus der Bauwirtschaft Südwestfalen und der M+E-InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie für Informationen zur Verfügung.

Mit dem InfoTruck wirbt die Metall- und Elektroindustrie für die duale Ausbildung. Das Interesse der Jugendlichen an dem mit vielen technischen Highlights ausgestatteten Fahrzeug ist auch in Siegen-Wittgenstein enorm.

Die Beteiligung der Aussteller ist bemerkenswert. Egal ob aus Industrie, Handel oder dem Handwerk, es sind alle Ausbildungsgänge vertreten, erläutert IHK-Präsident Felix G. Hensel und lädt die jungen Menschen ein zur Messe: „Hier können sie sich ein umfassendes Bild über die hervorragenden Berufs- und Karriereperspektiven in unserer Region machen.“ Zielgruppe der Messe sind die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 und deren Eltern. Frank Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen betont, wie wichtig die Eltern als erste Beraterinnen und Berater für ihre Kinder sind. Doch damit Eltern und Kinder über dasselbe Berufsbild sprechen, empfiehlt er einen gemeinsamen Messerundgang: „Viele Berufe haben sich in den vergangen Jahren stark verändert und die beruflichen Möglichkeiten sind sehr unterschiedlich geworden.“

Die Veranstaltergemeinschaft hat auch ein interessantes Rahmenprogramm entwickelt, das neben dem eigentlichen Messegeschehen zusätzliche Informations- und Beratungsmöglichkeiten liefert. Neu im Programm sind drei Workshops mit den Ausbildungsbotschaftern der IHK. Die Ausbildungsbotschafter sind Auszubildende, die den Schülerinnen und Schülern anschaulich aus ihrem Berufsalltag berichten werden. Hinzu kommen ein Vortrag über Gesundheitsberufe und ein Vortrag über das duale Studium und alternative Karrieremöglichkeiten.

Die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein informieren an ihrem Stand auf der Ausbildungsmesse in Siegen vor allem über die Ausbildungsangebote in der heimischen Metall- und Elektroindustrie.

Auch für Abiturienten lohnt der Besuch der Ausbildungsmesse: Universität Siegen und IHK stellen zum Beispiel mit DUAL GENIAL einen gemeinsam konzipierten Studiengang dar. Der Studiengang kombiniert die duale Ausbildung zum Industriemechaniker mit dem Bachelor-Studium Maschinenbau. Die Bauwirtschaft Südwestfalen informiert zudem über den dualen Studiengang Bauingenieurwesen für gewerbliche Bauberufe und Bauzeichner. Infos zu den dualen Studiengängen gibt es an den entsprechenden Ständen und in einem Workshop.

Die Veranstaltergemeinschaft freut sich, dass die gemeinschaftliche Initiative wieder ein breites Echo bei den in Siegen-Wittgenstein ansässigen Unternehmen ausgelöst hat. Die ausgezeichnete Resonanz zeige, dass sich die Unternehmen bereits heute auf die demografischen Herausforderungen einstellen. Die Veranstalter hoffen, dass die Messe von vielen interessierten Jugendlichen und deren Eltern genutzt wird.

Die Ausbildungsmesse Siegen bietet viele Informationen zum Thema Ausbildung im Kreis Siegen:

  • Infos zu Berufsbildern und Qualifikationen
  • Trends, Chancen und Perspektiven
  • Ausbildungsbetriebe und Schulen kennen lernen
  • Direkte Kontakte zu Unternehmen
  • Offene Ausbildungsstellen und Praktika
  • Wichtige Informationen auch für Eltern