Grundschüler lernen Natur und Technik spielerisch kennen

In der Grundschule Ziegeleifeld in Kreuztal sah es kürzlich etwas anders aus, als sonst: bunte Gegenstände, die zum Ansehen, Anfassen und Ausprobieren einladen, lagen auf Tischen bereit. Schulleiter Peter Sziburies hatte nämlich zu einem besonderen Ereignis eingeladen: die Schule bekam eine KisTe, die Kinder neugierig und schlau machen soll! Er bedankte sich, auch im Namen des Kollegiums, bei der Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik, die sich als Thomas Kleb und Franzisca Strunk (links hinten, Kreuztaler Maschinenfabrik Heinrich Georg) freuen sich über die Begeisterung der Mädchen der Klasse 3A an der Kreuztaler Grundschule. Rektor Peter Sziburies bedankt sich bei dem Sponsor.Unternehmenspate und Sponsor für die Kreuztaler Grundschule engagiert und damit die Anschaffung ermöglicht hat.

Neben den Lehrern waren auch einige Besucher in die Grundschule gekommen, die sich die KisTen einmal näher anschauen wollten: Verschiedene bunte Dinge wie Magnete, Waagen und eine große, hölzerne Rollbahn mit unterschiedliche Auflagen und ein paar Holzautos in verschiedener Größen luden dazu ein, sich ganz zwanglos zu bedienen und sie auf ihre Funktionen zu testen. Kleine wie große Menschen konnten hier beispielsweise ausprobieren, welche von den bereitliegenden Gegenständen magnetisch sind. Eine Station weiter an der Rollbahn konnten sie prüfen, welches der drei Autos das Schnellste ist und ob es eine Unterlage gibt, die sie noch schneller machen könnte.

Das Unternehmen GEORG ist bereits zum zweiten Mal Sponsor der KisTe. Mark Georg ist das Projekt „KisTe“ besonders wichtig, weil es ihm ein Anliegen ist, junge Menschen für Technik zu interessieren und zu begeistern: „Wir sehen hier eine gute Gelegenheit unser Prinzip Zukunft aktiv mitgestalten zu können. Schon beim ersten KisTe-Projekt war ich fasziniert davon, wie die Kinder zu kleinen Forschern und Entdeckern werden und dabei sehr viel Spaß haben. Und als heimischer Maschinenbauer wissen wir natürlich, wie wichtig gut ausgebildete, junge Facharbeiter und Ingenieure sind, um auch künftig unsere technisch anspruchsvollen Maschinen und Anlagen weiter entwickeln und weltweit liefern zu können.“ begründet Mark Georg sein erneutes unternehmerisches Engagement für eine weitere Schule.

DEin Experiment aus der KisTe: Magnetismus kann man nicht sehen...inge beobachten, Lösungen selbständig suchen und finden, ganz neue Fragen stellen und die eigene Umgebung aus einem neuem Blickwinkel wahrnehmen. Das sollen die Kinder mit dem Inhalt der KisTe ganz praktisch lernen, die demnächst an allen interessierten Grundschulen Siegen-Wittgensteins stehen könnte.   „KisTe“ steht für „Kinder interessieren sich für Technik“ und ist ein Projekt der KM:SI GmbH, Wirtschaftsförderung der Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein. KisTe will junge Menschen im Grundschulalter für die Themen Technik und Naturwissenschaften begeistern. “Das Projekt KisTe ist ein Angebot zunächst an die Grundschulen in der Region, das in kindgerechter Art bereits junge Menschen für Naturwissenschaften interessieren und damit ein aufgeschlossenes Klima auch gegenüber technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildungswegen und Berufen schaffen soll“, so Reinhard Kämpfer, Geschäftsführer der KM:SI GmbH. „Und dies wird natürlich langfristig auch unseren Unternehmen in Siegen-Wittgenstein zugutekommen, denn viele Berufe erfordern naturwissenschaftlich-technische Kompetenzen und die Firmen benötigen demzufolge auch viele Fachkräfte. Daher betrachten wir es als eine zentrale Aufgabe der KM:SI GmbH, junge Menschen möglichst früh in eine positive Verbindung mit den Naturwissenschaften zu bringen.“

Professor Oliver Schwarz, Fachbereich Physikdidaktik von der Universität Siegen und Kooperationspartner der KM:SI GmbH hat auch seine guten Gründe, warum er das Projekt KisTe unterstützt. Er bedauert, dass die praktischen Kindheitserfahrungen der Erwachsenen den Kindern von heute vorenthalten werden, da sich deren Lebensumfeld durch verändertes Freizeitverhalten und andere, neue Spielangebote komplett verändert hat. Er unterstützt das Projekt KisTe weil er hierin eine sehr gute Möglichkeit sieht, Erlebnis- und Anknüpfungspunkte an naturwissenschaftliche und technische Themen für junge Kinder zu schaffen. Daher bietet der Physikdidaktiker an der Universität Siegen ein spezielles, das Projekt weiterführendes Angebot: Schulen, die von der KM:SI mit der „Kiste“ ausgestattet werden, können sich in den „zdi-Schülerlaboren“ der Physikdidaktik an der Universität Siegen anmelden, um die Kiste dort zu erproben. Die Schulkinder werden auf diese Weise neugierig gemacht und sammeln erste Erfahrungen, die Lehrerinnen und Lehrer lernen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Experimente aus der KisTe kennen und können sie später in ihrem Unterricht einsetzen. Hier unterstützen die eigens für die KisTe entwickelten Versuchsanleitungen, die Kartei „Experimente aus der KisTe“, dieses Vorhaben in vorbildlicher Weise. Für diejenigen Lehrer, die noch mehr mit der „KisTe“ machen wollen, bietet Professor Schwarz derzeit eine Fortbildung für Pädagogen an.

An anderer Stelle trägt das Schulamt des Kreises zu dem Erfolg des Projektes KisTe ganz entscheidend mit bei: Ilona Spies, Pädagogin der Kreuztaler Grundschule, ist stundenweise abgestellt, um den Kollegien zu mehr Sicherheit im Umgang mit dem Inhalt der KisTe zu verhelfen. In Workshops werden hier beispielsweise verschiedene, pädagogisch aufbereitete Experimente durchgeführt, was erfahrungsgemäß bei den Lehrerkollegien zu großer Begeisterung geführt hat! „Diejenigen Pädagogen, die bereits an einem KisTen-Workshop teilgenommen haben, ließen sich von dem gut durchdachten Angebot der KisTe faszinieren,“ begeistert sich Ilona Spies, die das Projekt in den Kollegien in Form von Fortbildungen an Schulen engagiert begleitet, über die Anziehungskraft, die Naturwissenschaften offenbar nicht nur auf junge Menschen ausüben. Ein weiteres Plus der KisTe: „Die Themen lassen sich ganz einfach in den Unterricht der Grundschule integrieren und bedienen in erlebnisorientierter Weise die Vorgaben des Lehrplans, der seit 2008 gültig ist.“ führt die erfahrene Lehrerin weiter aus.

“Unser gesamtes Leben ist, oft unbemerkt, von Naturwissenschaften durchdrungen.“ führt Alexandra Schmitz, von der KM:SI GmbH die Zielsetzung des Projektes KisTe weiter aus. „Natürliche Phänomene wahrnehmen, sie sich selbst erschließen und erklären, das macht selbstbewusst, ist spannend und befriedigt die kindliche Neugier! Kinder saugen, das beobachten wir hier immer wieder,  das ihnen hier dargebotene Wissen wie ein Schwamm auf.“ Diese natürliche Neugier, das unbedingte Verstehenwollen von Natur und Technik macht sich das Projekt KisTe zunutze und zieht die jungen Menschen mit seinem erlebnisorientierten Ansatz sicher in seinen Bann. Diese Einsicht hat die Projektleiterin dazu veranlasst, der Kartei „Experimente aus der KisTe“ eine Weisheit von Konfuzius: „Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.“ voranzustellen.

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